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Reiseguide Island | Was kostet ein Roadtrip über die Ringstraße?

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Vulkane, Gletscher, endlose scheinendes Hochland, Lavafelder und Geysire – Island bietet vielerorts noch echte Wildnis, wird aber zunehmend zu der Trenddestination in Europa. Das schlägt sich leider auch auf die Preise nieder – günstig nach Island reisen ist eine echte Herausforderung. Trotzdem gilt wie bei jeder Reise auch hier unser Credo: Man kann jede Tour günstig oder teuer gestalten. Wir haben für euch viele Tipps zusammengestellt, mit denen ihr einen 14-tägigen Island Roadtrip schon für rund 1.500 Euro pro Person erleben könnt (bei einer Reise zu zweit).

Drei Dinge machen einen Island-Roadtrip leider zu keinem hausgemachten Low-Budget-Abenteuer: Das Auto, die Unterkünfte und die Verpflegung vor Ort. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Die wahren Schätze der Insel, die vielen atemberaubenden Naturwunder sind kostenfrei zugänglich und liegen oft unmittelbar an der Ringstraße.

Schnell-Links durch unseren Reiseguide

Wie viel Zeit braucht man für die Ringstraße?
Anreise | Non-Stop nach Island
Unterkunft | Preiswert wohnen mit AirBnb
Mietwagen | Auto mieten mit Tiefpreisgarantie
Straßenverkehr auf Island
Essen | Von Hot Dog bis Gammelhai
Baden in heißen Quellen
Was kostet ein Roadtrip auf Island? (14 Tage)
Island im Winter
Nordlichter beobachten
Eishöhle unter dem Vatnajökull
Routenplanung Island

Langfristig planen

Klingt banal, ist aber einer der besten Möglichkeiten um einen Island Roadtrip kostengünstig zu halten. Wenn ihr jetzt für den Sommer 2016 bucht habt ihr noch wirklich gute Chancen auf tolle Angebote, werdet aber vieles auch schon unter „ausgebucht“ abhaken müssen. Die Hochsaison in Island ist recht kurz, die Nachfrage steigt in den letzten Jahren deutlich an, so eben auch die Preise.

Der Geysir Strokkur bricht alle 5-10 Minuten aus.

Der Geysir Strokkur bricht alle 5-10 Minuten aus.

Wie viel Zeit braucht man für die Ringstraße?

Für eine Tour auf der Ringstraße solltet ihr mindestens 10-14 Tage einplanen. Wir haben die Insel in 10 Tagen erkundet, die verbleibenden Tage haben wir für Reykjavik und einen Ausflug nach Landmannalaugar genutzt. Wer mehr Zeit mitbringt kann sich zum Beispiel auch noch die Westfjorde anschauen oder auch die Anreise ausdehnen, z. B. mit dem Schiff von Dänemark aus inkl. Stopover auf den Färöer Inseln.
Die optimale Reisezeit für Island gibt es nicht, wobei die langen Tage von Mai bis August natürlich verlockend sind. Der Winter verwöhnt mit Nordlichtern, Frühling und Herbst ist die ideale Nebensaison, perfekt für ein Reiseschnäppchen. Unsere Preisschätzung geht von einer Reise in der Hochsaison im Juni aus.

Seljalandsfoss

Seljalandsfoss

Anreise | Non-Stop nach Island

Im Sommer gibt es von vielen Flughäfen in Deutschland Flüge Richtung Island, einige sogar nonstop. Gute Preise für Island-Flüge bekommt ihr bei Iceland Air, der Tochtergesellschaft WOW Air oder auch Airberlin und Eurowings. Mit ein wenig Glück und guter Vorausplanung könnt ihr pro Person ca. ab 200 bis 300 Euro für Hin- und Rückflug rechnen.
Hinweis: Viele Nonstop-Flüge von Deutschland aus landen zu später Stunde auf Island. Dort ist es im Sommer zwar noch hell, trotzdem kommt ihr meist mitten in der Nacht erst in Reykjavik an und habt vom ersten Tag nicht mehr viel.

Wenn ihr den Mietwagen nicht direkt am Flughafen abholt, ist der Flybus eurer Transportmittel Nr. 1 vom Flughafen in die Stadt. Die Tickets können vorher online reserviert werden, die Bus fährt eine ganze Reihe Hotels in Downtown direkt an. (2.800 ISK / ca. 20 € pro Person und Strecke).

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Aussicht auf Reykjavik von der Hallgrimskirkja

Unterkunft | Preiswert wohnen mit AirBnb

Die Natur auf Island wird euch so fesseln – da wird schlafen einfach zur Nebensache. Hotels sind teuer, hier empfehlen sich private Unterkünfte über AirBnb. Auch eine prima Adresse sind die Edda-Hotels: In den Sommerferien umgebaute Schulgebäude dienen als Hotels für Gäste. Meist gibt es hier Mehrbettzimmer, Doppel- und Einzelzimmer sind aber inzwischen keine Seltenheit mehr. Achtet bei der Buchung darauf welche Leistungen inkl. sind (teilweise wird eine zusätzliche Gebühr für Bettlaken erhoben, wenn ihr selbst keinen Schlafsack o. Ä. dabei habt).

Die Sache mit dem Schwefelwasser: Wenn man auf Island den Wasserhahn aufdreht strömt einem nicht selten der Geruch von faulen Eiern in die Nase. Wenn man mit diesem Geruch duscht hat man danach nicht wirklich das Gefühl sauber zu sein – ist es aber. Das Wasser kann auch getrunken werden, Islands Leitungswasser gilt als eines der besten weltweit. Es ist sogar recht teuer (und auch ungewöhnlich) Wasser im Supermarkt zu kaufen.

Tipps:
Das KEX-Hostel in Reykjavik gilt als eine der Trend-Unterkünfte in Islands Hauptstadt. Lange im Voraus immer ausgebucht, tolle Location und sehr zentral gelegen.

Über Icelandair und den gleichnamigen Icelandair Hotels gibt es immer wieder gute Angebote. Die Hotels sind sehr touristisch, oft auch von Reisegruppen genutzt, trotzdem modern und einladend gestaltet.

Oftmals lohnt sich eine Mitgliedschaft in einem Hostel- oder Hotelverband, um Rabatte zu bekommen. Camping ist auf Island möglich, allerdings ist das Wetter auch in den Sommermonaten wechselhaft und rau. Das muss man also wollen ;-)

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Mietwagen | Auto mieten mit Tiefpreisgarantie

Der wahrscheinlich größte Kostenfresser bei einem Island-Roadtrip ist euer Mietwagen. Nein, es sind keine Druckfehler, 80-100 Euro pro Tag für einen Kleinwagen sind hier schnell ausgegeben. Einen tollen Preisvergleich bietet Guide to Iceland. Findet ihr den hier angebotenen Mietwagen bei einem anderer Vermieter günstiger, bekommt ihr die Differenz erstattet. Außerdem zeigt euch das Portal an ob euer Wunschauto hochlandtauglich ist, das Alter des Autos, Antrieb hat und welche Versicherungen optional angeboten werden.

Vor allem im Süden der Insel sind Sand- und Ascheschäden möglich, der zerstörte Lack oder Unterboden kann euch schnell mit mehreren tausend Euro zu Buche schlagen. Deshalb unbedingt eine SADW (Sand & ash damage waiver) Versicherung abschließen und das Kleingedruckte in den Versicherungsbedingungen durchlesen. Gängige Vollkasko-Versicherungen decken Sand- und Ascheschäden nicht ab. Für den Fall der Fälle klärt ihr am besten vor der Reise mit eurer Versicherung, ob auch explizit Sand- und Ascheschäden im eventuellen Vollkaskoschutz für Auslandsmieten enthalten sind.

Prüft bei der Übernahme des Autos unbedingt eventuelle Schäden und tragt diese in das Übergabeprotokoll ein (beliebt sind kleine Beulen, Steinschläge, Lackschäden etc.). Je nach Anbieter wird eine zusätzliche Gebühr fällig, wenn ihr den Wagen am Wochenende, nach den üblichen Bürozeiten oder in der Stadt statt am Flughafen abholen wollt.

Straßenverkehr auf Island

Die Ringstraße Nr. 1 ist bis auf wenige Kilometer im Osten komplett asphaltiert und ausgebaut. Hauptverbindungsrouten sind mit zweistellige Nummern gekennzeichnet und ebenfalls asphaltiert und zweispurig. Nebenstraßen sind mit dreistelligen Nummern markiert, hier gibt es oft auch Schotter- oder Splitpisten. Langsam fahren, um eventuelle Schäden am Fahrzeug zu vermeiden. Die sogenannten F-Straßen sind Hochland-Pisten, die nur in den Sommermonaten (Juli und August) und nur mit einem 4×4-Fahrzeug passiert werden können (nicht nur wegen der teilweise tiefen Schlaglöcher, sondern auch wegen Furten, die regelmäßig durchquert werden müssen).

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Zulässige Geschwindigkeiten:
– 50 km/h in geschlossenen Ortschaften
– 90 km/h auf asphaltierten Straßen
– 80 km/h auf Schotterpisten (hier nicht übertreiben: Bei 80 km/h fliegt einem teilweise richtig der Schotter um die Ohren und somit auch auf den Lack und die Windschutzscheibe)

Tanken:
Entlang der Ringstraße gibt es regelmäßig Tankstellen, auch kleinere Orte sind mit den notwendigsten Einrichtungen (Supermarkt, Tankstelle) ausgestattet. Trotzdem lieber einmal zu viel als zu wenig tanken. Bevor es ins Hochland geht unbedingt tanken, dort gibt es kaum Versorgungsmöglichkeiten. Viele Mietwagenanbieter geben Bonuskarten aus, mit denen ihr bei einer bestimmten Kette (N1, Ólis, Shell) ein wenig beim Tankpreis sparen könnt. Tanken funktioniert nicht an allen Tankstellen gleich, auf jeden Fall solltet ihr euren Kreditkarten-Pin im Kopf haben. Island ist ein Kreditkarten-Land, selbst kleinste Beträge beim Bäcker oder Parkautomaten werden inzwischen bargeldlos erledigt. Auch viele Tankstellen funktionieren ausschließlich bargeldlos.

Islands Ringstraße ist 1.339 km lang. Mit Abstechern (z. B. auf die Halbinsel Snæfellsnes) sind wir ingesamt auf 2.250 km gekommen. Bei einem Benzinpreis von ca. 1,45€ pro Liter könnt ihr also rund 300 Euro Spritkosten für einen Kleinwagen ansetzen.

Zustand der Straßen:
„Nature’s first“ gilt bei allen Outdoor-Aktivitäten auf Island. Ihr solltet vor jeder Tour den Wetterbericht prüfen, vor allem wenn es ins Hochland geht. Im Winter sind Straßen oft gesperrt oder wegen Eis- und Schnee nicht befahrbar. Ständig aktualisiert wird die Website Road.is, auf der ihr im 15-Minuten-Takt sowohl den aktuellen Straßenzustand als auch Webcam-Bilder je nach Region zu sehen bekommt. Gerade im Winter ist diese Website gold wert. Noch ein Tipp: Die App Safetravel.is hat einen eingebauten Notfallknopf falls euch doch einmal etwas passieren sollte.

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Traditionelle isländische Küche zu guten Preisen: Café Loki in Reykjavik

Essen | Von Hot Dog bis Gammelhai

Essen gehen ist auf Island leider sehr teuer. Isländische Küche lebt von vielen regionalen Produkten, Bio wird groß geschrieben und sowohl außergewöhnliche Lebensmittel als auch für uns gewöhnliches Gemüse muss teuer importiert werden. Für uns gehört Essen und lokale Küche zu jeder Reise dazu, daher müssen wir in den sauren teuren Apfel beißen. Wer komplett auf Selbstverpflegung umsteigt kann hier pro Tag und Person gut und gerne 30-50 Euro sparen. Lunch-Angebot sind meistens etwas günstiger, da könnt ihr mit 15 bis 20€ pro Person auskommen.

Beim Frühstück setzt ihr entweder auf B&B-Angebote in denen die erste Tagesmahlzeit enthalten ist oder ihr wählt auch hier die Selbstverpflegung (außerhalb der Städte sieht es nämlich mit Bäckereien und Co eher mau aus).

Fast Food spielt in der isländischen Küche eine große Rolle (keine Sorge, amerikanische Burgerbrätereien haben hier vor einigen Jahren geschlossen). Es ist nicht nur lecker, sondern auch vergleichsweise günstig. Wer richtig lecker im Restaurant essen gehen will muss dafür leider tief in die Tasche greifen. Tipp: Ein wenig außerhalb der üblichen Touristenziele ist Island nicht nur mindesten genauso schön, sondern auch gleich ein Stück günstiger.

Tipps:
Reykjavik: Die angeblich besten Hotdogs der Welt, aber mindestens Islands, gibt es im Hafen Reykjaviks bei Bæjarins Beztu Pylsur. Ehrlich: Sie schmecken toll, aber genauso gut wie bei anderen Buden auf der Insel. Original isländisch sind sie nur mit Gurken, Zwiebeln, süßem Senf und Ketchup.

Reykjavik: Unsere Lieblingsburger serviert das 73 auf der Laugarvegur mit gleichnamiger Hausnummer. Die Epic Burger sind wirklich nur was für seeehr huungrige Mägen, die Pommes weltklasse! Ein toller Snack sind die Hot (!) Chicken Wings in Blue Cheese Sauce.

Reykjavik: Im Cafe Loki gibt es traditionelle isländische Küche in toller Atmosphäre mit Blick auf die Hallgrimskirkja. Ein Besuch hier lohnt immer, es gibt weit mehr als Gammelhai: Zum Beispiel das leckere isländische Restessen „Plokkfiskur“. Gestampfter Fisch mit Kartoffeln, überbacken mit Käse.

Borgarnes: Im Landnahmezentrum Borgarnes wartet nicht nur ein liebevoll gestaltetes und sehr sehenswertes Wikinger-Museum auf euch, sondern auch eine echte Gourmet-Perle. Klasse ist das selbstgebackene Brot und der schokoladigen Eyjafjallajökull als Dessert.

Dalvik: Ein kleiner Pub mitten im Nirgendwo mit gerade mal 3 Gerichten auf der Karte. Klingt perfekt – ist es auch. Das Lamm bei Gregor’s Pub ist eines der besten, das wir je gegessen haben!

Myvatn: Stilecht schlemmen im Kuhstall Vogafos am Myvatn. Neben sehr vielen touristischen Restaurants ist der Kuhstall ein echter Geheimtipp.

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Schwimmen in heißen Quellen: Unbezahlbar!

Mitten im Nirgendwo einfach ins Wasser hüpfen und sich mit Blick auf Traumkulissen im warmen Pool aalen. Heiße Quellen, sogenannte Hot Pots sind auf Island ein echtes Highlight. Egal ob Sommer oder Winter, habt immer eure Badeklamotten dabei. Hier findet eine Übersichtskarte aller Quellen. Die meisten Quellen sind kostenfrei zugänglich, ein wenig anders sieht es da bei den unzähligen Freibädern aus. Baden im Hot Pot gehört zu isländischen Kultur wie das wechselhafte Wetter – unbedingt erleben!

Was kostet ein Roadtrip auf Island (14 Tage)

Was ihr braucht Hinweis Preis pro Person (Reise zu zweit)
Flug Nonstop-Flüge gibt es im Sommer aus mehreren deutschen Städten z.B. mit AirBerlin, Iceland Air / WOW Air, Eurowings ab ca. 180-300€ (inkl. Hin- und Rückflug)
Unterkünfte Hostels (z. B. über hostels.is)
ab ca. 40€ / Nacht
Hotels (z. B. über booking.com)
ab ca. 90€ / Nacht
AirBnB (Privatunterkünfte und Ferienwohnungen)
Icelandair Hotels
Transport Flybus bringt euch vom Flughafen in die Stadt und zurück 30€ (inkl. Hin- und Rückfahrt)
Mietwagen Tiefpreisgarantie und Transparenz über Versicherungen und Autozustand gibt es auf Guide to Iceland

VW Polo (inkl. SADW-Versicherung) für 14 Tage (ca. 1.350 €) – nicht für F-Straßen geeignet!

Suzuki Jimny (inkl. SADW-Versicherung) für 14 Tage (ca. 1.450 €) – F-Straßen tauglich!

Dacia Duster 4×4 (inkl. SADW-Versicheurng) für 14 Tage (ca. 1.630 €) – F-Straßen tauglich!

ab ca. 50€ / Tag
Benzin Ringstraße (1.339 km) + diverse Ausflüge bringen es auf rund 2.500 – 3.500 km, Benzinpreis ca. 1,45€ / Liter ca. 130€
Ausflüge Walbeobachtungstour Husavik 73€
Tagestour nach Landmannalaugar (Bustour Reykjavik Excursions) 130€
Alternativ: Tagestour nach Landmannalaugar (Privattour im Superjeep) 250€
Amphibienboot-Tour Jökulsarlon 30€
Ausflüge Winter Eishöhlen-Tour Vatnajökull 152€

Nicht aufgeführt sind hier die Kosten für Verpflegung. Essen gehen auf Island ist sehr sehr teuer, das Preisniveau liegt deutlich über dem, was wir aus Deutschland gewohnt sind. Wer den entsprechenden Geldbeutel mitbringt kann über diesen Punkt hinweg sehen. Allen anderen empfehlen wir die Fixkosten zu addieren und mit dem Gesamtbudget abzugleichen. Je nach dem was übrig bleibt entscheidet das über eure kulinarischen Erlebnisse. Supermärkte zur Selbstverpflegung gibt es reichlich, z. B. Bonus.

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Lavafelder in Landmannalaugar

Doch noch ein paar Euro übrig? Dann verlängert eure Tour doch um drei bis vier Tage und plant noch ein paar Tagesausflüge zum Beispiel nach Landmannalaugar oder Askja ein. Die Auswahl der Tourenanbieter vor Ort macht die Wahl nicht einfach. Eine preisgünstige Möglichkeit für Ausflüge ist Reykjavik Excursions.

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Seljalandsfoss im Winter

Island im Winter

Wir haben Island vergangenes Jahr im Februar besucht und können euch einen Winter-Roadtrip über die Insel nur empfehlen. Einfach fantastisch welche Farben und welch Licht Island im Winter prägen. Im Februar war es allerdings auch sehr rau, stürmisch und noch unbeständiger als im Sommer. Schneestürme tobten über die Insel, dann wieder brach Sonnenschein durch, Nebel, Regen und vereiste Straßen prägten einige Tage. Was dramatisch klingt muss euch keine Angst machen, aber fordert Respekt. Wir haben eine feste Tour gebucht, ein Winter-Special über Icelandair. Das Paket war prima, aber wir raten von fest geplanten Touren im Winter ab.

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Bucht euch lieber einen Flug von Reykjavik und plant von da aus spontan je nach Wetterlage. Unterkünfte sind auch im Winter noch kurzfristig zu bekommen, aber ihr müsst nicht zwingend bei Wind und Wetter auf die Straße. Ganz wichtig: Wenn Einheimische euch raten das Auto stehen zu lassen: Lasst es auch stehen! Die Unfälle und Rettungsaktionen in den letzten Jahren häufen sich, weil Touris im Winter das Wetter unterschätzen.

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Nordlichter beobachten

Eines der Highlights im isländischen Winter sind natürlich die Nordlichter, die zwischen Oktober und April über den nächtlichen Himmel tanzen. Eine Garantie für das Spektakel gibt es natürlich nicht. Je weiter nördlich ihr seid, desto höher sind die Chancen und ihr braucht eine sternenklare Nacht. Wenn dann noch die Sonnenaktivität mitspielt werdet ihr eines der schönsten Naturwunder live erleben. Mehr Tipps zu den Nordlichtern und wie man sie am besten im Bild festhält haben wir hier zusammengefasst.

Unverzichtbar bei der Beobachtung von Nordlichtern ist die App Iceland Forecast. Hier seht ihr regelmäßig aktualisiert die momentane Sonnenaktivität sowie die allgemeine Wetterlage. Ebenfalls hilfreich ist die App Aurora Service. Ab einem kp-Index (Indikator für Sonnenaktivität) von 3 könnt ihr Nordlichter auch im Süden der Insel sehen, für den Norden reicht schon gut 2.

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Northern Lights Ice Cave

Eishöhle unter dem Vatnajökull

Unter dem Vatnajökull Gletscher, dem größten seiner Art in Europa, eröffnet sich in den Wintermonaten ein gigantisches Schauspiel. Türkisblau schimmernde Kristallwunder verbergen sich in Form von Eishöhlen unter der hunderte Meter dicken Eisschicht. Eine Besichtigung ist nur in geführten Touren möglich, es gibt unterschiedliche Schwierigkeitsstufen. Die Northern Lights Ice Cave ist einfach zu besuchen, man muss weder klettern noch sich abseilen. Andere Höhlen sind erst nach langen Fußmärschen zu erreichen. Über die Schwierigkeitsstufen informiert ihr euch am besten vorher bei den Tourenbetreibern. Auch die Facebookseiten der Anbieter sind eine tolle Quelle für aktuelle Bilder. Denn man weiß nie ob eine Höhle im nächsten Winter noch steht oder schon eingestürzt ist.

 

Thingvellir ist eines der drei Highlights des Golden Circles

Thingvellir ist eines der drei Highlights des Golden Circles

So könnte DEIN Roadtrip über die Ringstraße aussehen

Unser erster Roadtrip auf Island war gleichzeitig auch unsere Hochzeitsreise. 14 Tage Island-Abenteuer haben uns einmal um die Ringstraße geführt. Eine häufige Frage ist die Reiserichtung, ob im oder entgegen des Uhrzeigersinns. Dazu gibt es jede Menge Für und Wieder, am Ende halten wir es für persönlichen Geschmack.

Tag 1: Stadtbummel durch Reykjavik
Tag 2: Golden Circle
Tag 3: Von Reykjavik nach Borgarnes
Tag 4: Halbinsel Snaefelsnes
Tag 5: Von Borgarnes nach Dalvik
Tag 6: Walbeobachtungstour in Husavik
Tag 7: Myvatn-See: Kalfaströnd und Dimmuborgir
Tag 8: Schlammtöpfe Hverir am Myvatn
Tag 9: Über den Dettifoss nach Egilstadir
Tag 10: Durch die Ostfjorde Islands
Tag 11: Gletscherlagune Jökulsarlon
Tag 12: Der Zauber von Islands Süden
Tag 13: Ein Tag ins Hochland nach Landmannalaugar
Tag 14: Reykjavik

Heiße Quellen bei Myvatn

Kochende Schlammtöpfe bei Myvatn: Vorsicht, nicht zum Baden geeignet!

Zu guter letzt noch etwas wichtiges, das uns bei Reisen nach Island am Herzen liegt: Islands Natur ist einzigartig. So schön sie auch scheint, so rau und unberechenbar kann sie sein. Bei allem was ihr tut, habt ein Auge auf Landschaft und Natur, verhaltet euch demütig und respektvoll. Schenkt den Einheimischen Gehör wenn sie euch Tipps geben oder auch abraten etwas zu tun. Es ist uns unbegreiflich, dass Touris aus der Gletscherlagune schon mal gerettet werden mussten, weil sie beim Klettern auf Eisschollen abgestürzt sind. Oder dass immer wieder Autos aus dem Straßengraben geborgen werden müssen. Passt gut auf Island auf, es ist ein letztes Stück Wildnis in Europa!

Unser Roadtrip auf Island

Wann startet dein Island-Abenteuer? Hast du noch mehr Tipps und Ideen rund um die Insel aus Feuer und Eis? Dann freuen wir uns über Feedback und Empfehlungen in den Kommentaren.

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8 Kommentare

  1. Danke für den Tipp für den Kuhstall Vogafós. Das ist genau mein Ding, bzw weiß ich noch, wie gut das Essen/ das Fleisch auf dem Bauernhof war, auf dem ich gewohnt habe. Solches Essen sollte man sich nicht entgehen lassen. Und das Ambiente klingt auch verlockend.

    • moosearoundtheworld sagt

      Das Essen lohnt sich wirklich, das Ambiente isst toll. Günstig ist es leider nicht gewesen – wie immer wenn man auf Island essen geht. Übrigens ganz toll rund um den Myvatn ist das leckere Geysirbrot, das hier orginal mit Erdwärme im Boden gebacken wird :-)

  2. Wowwwww, vielen Dank für den tollen Artikel! Der wandert direkt in meine Favoritenliste. Hoffentlich schaffe ich es auch bald mal auf die Insel! Ich will ja gerne mit meinem eigenen Van da rumfahren, aber die Überfahrt per Fähre ist scheinbar nicht sooo günstig. Oder kennt ihr da Tricks? :)

    • moosearoundtheworld sagt

      Mit Smyrilline kommst du in rund 48 Stunden von Dänemark über die Färöer-Inseln nach Island. Gib einfach mal die Daten für deine geplante Reise und zu deinem Van ein. Vielleicht bietet sich dann eine Reise in der Nebensaison an? Also bis Mai oder ab September? Mir dem Van bist du natürlich vor Ort sehr schön flexibel, das kann sich also durchaus rechnen. Hotel und Essen sind ja leider einfach immer ziemliche Batzen.

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