Im Regen durch die Fjorde | Islands Osten

Wettertechnisch gibt es auf Island eine einfache Faustregel: Wenn dir das Wetter nicht gefällt warte einfach 5 Minuten und es ändert sich. Das können wir aus unserer ersten Woche Island voll uns ganz so bestätigen. Heute war das anders. Es schüttete den ganzen Tag wie aus Eimern, der Nebel hing tief über den Bergen und von die so oft beschriebene Schönheit der Ostfjorde konnten wir nur erahnen.

Frühstück in der Schule

Die Edda-Hotels sind normalerweise Schulgebäude, die während der langen isländischen Sommerferien zu Ferienunterkünften umfunktioniert werden. Meistens gibt es hier alles vom großen Schlafsaal bis zum Zweitbettzimmer mit eigenem Bad. Das Frühstück kann sich hier in Egilsstadir auch wirklich sehen lassen und bietet mit verschiedenem Brot, Aufschnitt, süßen und herzhaften Aufstrichen und Waffeln alles für einen gelungenen Tagesstart.

Von Egilsstadir durch die Fjorde im Osten

Die Fahrt führte uns von Egilsstadir zunächst über die Straße 92 Richtung Reydarfjördur. Hier erwartet uns auch unser erster Tunnel auf Island und bringt uns nach ca. 7 km auf die andere Seite des Bergs wieder ans Tageslicht zum Faskrudsfjördur Fjord. Manchmal hat man ja Glück und nach der Fahrt durch einen Tunnel ist das Wetter auf der anderen Seite wie ausgewechselt. Aber heute war davon nicht viel zu sehen – es regnete munter weiter und die Wolken hingen tief und dick über den Bergen. Die Straße schlängelt sich entlang der Fjorde und die kleinen und einsamen Fischerorte an der Küste werden von den hohen Bergen manchmal fast verschluckt.

Wasserfall_Ostfjorde
Icelandroads_057
Icelandroads_054

Bei gutem Wetter bieten sich in den Ostfjorden so einige schöne Aktivitäten und Tagesausflüge an. Wer die putzigen Papageientaucher sichten möchte bekommt dazu beispielsweise in Borgarfjörður Eystri eine gute Gelegenheit. Vom Hafen aus kann eine Papageientaucherkolonie auf der Insel Hafnarhólmi beobachtet werden. Von Djúpivogur aus legen Fähren zur kleinen Insel Papey ab, auch dort nisten im Frühsommer Papageientaucher. Auch andere Seevögel können hier beobachtet werden.

In Stödvarfjördur fährt man unmittelbar an der faszinierenden Stein- und Mineraliensammlung von Petra Sveinsdottir vorbei. Alle Steine und Fundstücke hier hat sie über Jahrzehnte gesammelt und sie stammen alle aus der näheren Umgebung. Faszinierend was man dort alles zu sehen bekommt.

Regenpause in Höfn

In kleinen Fischerort Höfn haben wir ein paar regenfreie Minuten, die wir direkt mal für einen Zwischenstop nutzen. Nach so langer Fahrt knurrt natürlich ein wenig der Magen. Am Hafen steht links vom Hafenbecken das Hafnarbúðin, ein kleines unscheinbares Cafe. Die Hummer-Baguettes hier sind großartig. Das Hummerfleisch wurde frisch gebraten und zusammen mit einer leckeren Marinade, Paprika, Zwiebeln und Salat ist das genau der richtige Snack.

Hafnarbúðin_Höfn
Höfn_02

Ein kleiner Küstenpfad lud bei den gerade regenfreien Minuten noch zu einem Spaziergang ein. Entlang der Küste hatte man hier eine Art Planetenweg angelegt, der maßstabsgetreu die Größe und Abstände der Planeten zueinander darstellt.

Gemütlicher Bauernhof mitten im Nirgendwo

Auf der Fahrt von Höfn hat man immer wieder beeindruckende Ausblicke auf Ausläufer des Gletschers Vatnajökull. Auch nach vielen Kilometern ist der größte Gletscher Europas immer wieder zu erkennen, man erblickt eine Gletscherzunge nach der anderen.

Icelandroads_060

Nach ca. 45 Minuten Fahrt erreichen wir unerwartet und mitten im Nirgendwo unsere heutige Unterkunft. Wir sind mächtig gespannt darauf hier noch mehr zu sehen. Unsere Unterkunft für heute Nacht ist der Landhof Smyrlabjörg.

Smyrlabrjög_01

Unser Zimmer liegt in der ersten Etage und ist riesig. Allein durch die beiden zusätzlichen Einzelbetten hätten hier locker 4 Leute im Zimmer Platz gefunden. Über das Essen haben wir hier nur gutes gehört und so entscheiden wir uns für das umfangreiche und wirklich gut aussehende Buffet (das mit 6200 ISK pro Person wahrlich kein Schnäppchen ist). Es gab eine große Auswahl an vegetarischen, Fleisch- und Fischvorspeisen, Salate, reichhaltige Beilagen wie Kartoffelgratin, Gemüse und Aufläufe, Fisch und frisch geschnittenes Fleisch und zum Dessert eine große Auswahl an Kuchen, Eis, Obst und Skyrcreme. Was will man mehr? Mit vollgefuttertem Bauch liegen wir im Bett und freuen uns riesig auf den Tag morgen – es geht zur Gletscherlagune Jökulsárlón.

Zahlen & Fakten zum Tag

Start/Ziel Egilsstadir/Smyrlabjörg (Höfn)
Gefahrene Strecke ca. 320 km
Unterkunft Landhof Smyrlabjörg
Restaurant Landhof Smyrlabjörg
Aktivitäten Fahrt durch die Ostfjorde
Mittagspause in Höfn / Planetenweg an der Küste

Habt ihr schon einmal die Ostfjorde auf Island besucht und mehr Glück mit dem Wetter gehabt? Was für Tipps und Empfehlungen habt ihr, was soll man sich unbedingt anschauen, wo lohnt ein Abstecher? Wir freuen uns über eure Tipps in den Kommentaren.

Geschrieben von
Mehr von Anke

Blogparade: Unsere Highlight-Fotos aus dem ersten Halbjahr 2016

Tausende Fotos haben wir in den ersten 6 Monaten des Jahres auf...
Artikel lesen

4 Kommentare

  • jetzt kommt ihr in die Gegend, wo wir uns auch ein paar Tage aufgehalten haben 🙂
    Wir hatten unsere Unterkunft in einer kleinen Siedlung in der Nähe der Gletscherlagune, die heißt Hali. Sah irgendwie sehr ähnlich aus. Gigantische Gegend mit der Lagune und den Mooshügeln, den Lavabergen und den Wolken, die dran hängen. Und dann ab und an laute Knalle von abbrechenden Eisblöcken. Wir hatten dort während einer Wanderung eine ziemliche aufregende und brenzlige Begegnung mit 2 angreifenden Skuas. Nachgelesen und voila, halten sich in Gletscher-, See- und Küstennähe auf und sie bekannt dafür sehr aggressiv zu allem und jeden zu sein. Passiert ist am Ende nichts, aber nur weil wir geflüchtet sind.

    • Hallo Jessica,
      ja die Gegend um die Gletscherlagune ist einzigartig, nicht wahr? Oha, von den aggressiven Skuas habe ich noch nie gehört, da habt ihr ja noch mal Glück gehabt. Seid ihr in den Nähe der Gletscherlagune gewandert? Wir waren “nur” bei der Lagune und da wir uns dort sehr lange aufgehalten haben blieb hinterher nicht mehr viel Zeit für eine Wanderung. Schade, denn beim nächsten Mal würden wir der ganzen Gegend um den Vatnajökull viel mehr Zeit gönnen.
      Viele Grüße
      Anke & Thorsten

  • einzigartig ja! man fährt minutenlang an der Lagune vorbei und sie endet einfach nicht. Das Panorama die ganze Zeit beeindruckend. Wir waren 4 Nächte in Hali stationiert und haben von dort auch u.a. nach Skaftafell eine Tagestour gemacht. An der Gletscherlagune waren wir einen ganzen Tag. Wir sind fast bis zum Gletscher gewandert (rechts rum). War dann aber doch weiter als es aussah und durch den Skua-Angriff waren wir etwas vorsichtig 😉

    Sind nachmittags dann noch auf die Meerseite und haben uns dort in den warmen, schwarzen Sand gesetzt und haben die Eisblocken beobachtet, die rangespült, umgedreht und überspült wurden. Sogar eine Robbe schwamm vom Meer Richtung Gletscherlagune. toll!

    gerne nochmal, ja 🙂

    Dann wollten wir auf einer Piste noch an den mysteriösen Berg in den Wolken mit den vielen kleinen Wasserfällen ran (rechts der Lagune), aber wir wurden von 2 weiteren Skuas angegriffen, im Auto! An Aussteigen war nicht zu denken.

    Und trotzdem: ich hatte mich nicht sattsehen können.
    Hier sind ein paar Bilder, von der Gletscherlagune und Umgebung sind einige bei, war zu schön.

    https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10152659550397958&type=1&l=cbc5c699da

    • Hali liegt ganz in der Nähe von Smyrlabjörg wo wir untergekommen sind. Die Lage dort ist einfach ideal 🙂 4 Nächte klingt super, wir waren nur eine Nacht dort und das ist definitiv zu wenig. Wenn man Richtung Gletscher blickt denkt man an der Lagune ja wirklich, dass er gar nicht soo weit weg ist. Aber das täuscht 😉
      Beim nächsten Mal bleiben wir länger und wollen auch weiter in Richtung Gletscher oder auch mal eine Tour auf einen Gletscher machen.
      Deine Bilder sehen toll aus. Hach, schön! Ich sehe ihr ward auch in Landmannalaugar. Dazu schreiben wir auch noch was, das war mit der schönste Tag unserer Reise.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.