Walbeobachtungstour in Húsavík

Husavik

Es gibt Tage an denen läuft es einfach perfekt: Wir wollen hinaus auf den eisigen Nordatlanik um Wale zu beobachten und hoffen auf ruhige See. Und was bekommen wir? Viel mehr als wir erwartet haben. Sonnenschein und angenehme knapp 20 Grad, nur wenige Wolken am Himmel und eine See so flach und ruhig wie wir sie hier noch nie gesehen haben.

Gut gestärkt nach Húsavík

Zum Start in den Tag hatten wir im Fosshotel Dalvik das bisher beste Frühstück der Reise. Es gab eine reichhaltige Auswahl an Brot und Brötchen (u.a. das schwarzbrotähnliche und sehr leckere Geysirbrot), einen Lachs-Blattspinat-Salat, verschiedene Auswahl an Aufschnitt, Rührei, Bohnen und Speck und sogar Skyr. Gut gestärkt ging es dann auf die knapp 2-stündige Fahrt nach Húsavík. Die Fahrt führt zunächst um den Eyjafjörður herum und dann durch das Landesinnere bis zum Hafen von Húsavík.

Weg_nach_Husavik

Die Qual der Wa(h)l

Es gibt vor Ort mehrere Anbieter für Walbeobachtungstouren, denn Húsavík gilt als ein Mekka für selbiges. Aufgrund des Tourumfangs und der Route über die Papageientaucherinsel Lundey entscheiden wir uns für eine Segelbootfahrt mit North Sailing. Da am Hafen über den ganzen Tag verteilt immer wieder Touren starten sind Parkplätze natürlich rar. In den vielen Seitenstraßen sollte man aber immer einen (kostenlosen) Parkplatz finden.

Wir haben die Tour vorher nicht reserviert, da wir nicht wussten ob wir die Abfahrtszeit um 11.30 Uhr schaffen oder wir uns verspäten. Es hat aber trotz Hochsaison und Traumwetter geklappt und wir sind um kurz nach halb 12 mit dem Segelboot in See gestochen. Die Tour war nicht zu voll, sodass jeder bequem einen Platz irgendwo an Deck gefunden hat und man sich natürlich auch frei auf dem Boot bewegen konnte.

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Whales, Puffins & Sails

Die Tour „Whales, Puffins & Sails“ dauert ca. 4 Stunden und führt auf einem hübschen Segelboot zunächst Richtung der Insel Lundey auf der jede Menge Papageientaucher brüten und nisten. Das Boot hält natürlich einige hunderte Meter Abstand von der Insel, sodass man die Puffins nur aus der Ferne, im Flug und auf dem Wasser beobachten kann.

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Beim Starten und Landen auf dem Wasser sind Papageientaucher mindestens so süß wie beim hektischen Flattern mit den Flügeln im Flug.

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Weiter geht es dann raus aufs Meer und auf die Suche nach Walen. Auch wenn wir natürlich mit Motor fahren hissen wir allein aus optischen Gründen nun auch unsere Segel. Wer will darf hier auch der Crew gerne ein wenig zur Hand gehen und lernt ein wenig was über den Aufbau und die Funktion der Segel und den ein oder anderen Knoten.

„Whale 2 o’clock“

Damit auch jeder weiß wo man die Wale gerade sieht gibt es ein einfaches Orientierungssystem. Man stelle sich das Boot vor wie ein Ziffernblatt bei dem der Bug 12 Uhr und das Heck 6 Uhr ist. Ruft die Crew beispielweise “Whale 2 o’clock” sollten die Köpfe aller Passagiere in Richtung 2 Uhr schnellen.

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Am Anfang dauert es eine ganze Weile, aber dann haben wir das Glück und sehen ein Zwergwal Pärchen direkt neben dem Boot. Leider springen sie nicht und zeigen auch nicht die berühmte Schwanzflosse, aber sie sind dafür einfach so unglaublich dicht an unserem Boot dran. Was ein Erlebnis! Manchmal hat man Glück und die Tiere zeigen und sich in ganzer Pracht und es gibt Tage, da sieht man nicht mal das bekannte Wasserpusten der Wale. Wir haben da wohl heute ein Mittelding erwischt.

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Hier ganz in der Nähe der Wale bewegen wir uns nun auch fast ohne Motor und nur durch das Steuern mit den Segeln. Das ein oder andere Schlauchboot einer anderen Tour kommt auch näher, denn die Anwesenheit der Wale bleibt hier nie lange verborgen.

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Schneller als uns lieb ist müssen wir leider die gut einstündige Rückfahrt in den Hafen von Húsavík antreten. Auf der Rückfahrt haben wir nur noch wenig Sonne und der Wind dreht deutlich auf. Als kleine Stärkung gibt es für jeden noch einen Becher heißen Kakao (gerne auch mit einem Schuss Rum) und ein Zimtbrötchen. Wenn überhaupt ist das einer der wenigen Unterschiede zwischen den Touren von North Sailing und bspw. Gentle Giants. Dort gibt es nämlich statt Zimtbrötchen das typisch isländische Gebäck Kleinur, das ein wenig an Quark-Mutzen erinnert.

Husavik_Candy

Im Hafen von Husavik angekommen gönnen wir uns wieder einen leckeren Hot Dog. Dieses Wochenende ist das traditionelle Candy-Festival in der Stadt und es sind jede Menge Buden am Hafen aufgebaut. Husavik ist wirklich ein schönes kleines Örtchen und wir sind froh, dass wir uns für die Tour heute bei Sonnenschein entschieden haben und nicht gestern Abend schon unser Glück in Dalvik versucht haben. Manchmal stimmt das blöde Sprichwort “aufgeschoben ist nicht aufgehoben also doch”.

Die Aufzeichnung unserer Route gibt einen schönen Einblick wie eine Tour aussehen kann und welche Strecke (in unserem Fall ca. 42km) man dabei ungefähr zurücklegt. Nicht alle Touren beinhalten eine Fahrt zur Papageientaucher Insel Lundey und die weitere Route hängt natürlich auch ein wenig davon ab wo genau sich die Wale in dem Moment zeigen. Für die reine Hin- und Rückfahrt haben wir ca. 1 Stunde benötigt.

Wasserfall der Götter | Auf zum Godafoss

Auf dem Weg zum Myvatn-See legen wir noch einen Stop am Godafoss ein. Vom Parkplatz aus kann man den Wasserfall schon sehen und auch wenn er „nur“ 12 Meter hoch ist, fällt er wunderschön halbkreisförmig und ist einen kurzen Stop auf jeden Fall wert.

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Touristen-Auflauf und die Flucht zu den grünen Kratern

Unsere Unterkunft für heute ist das Laxa Hotel westlich des Mývatn Sees und gefühlt einfach mitten im Nirgendwo. (Wahrscheinlich werden deshalb statt einer Adresse schlicht die GPS-Koordinaten angegeben). Es ist das was man ein reines Touristenhotel nennt. Gerade in den letzten Jahren ist der Mývatn als touristische Gegend immer attraktiver geworden und so bietet es sich an hier mitten im Nichts ein Hotel zu bauen, von dem aus man mit dem Auto bequem alle Highlights der Region erreichen kann.
Es lohnt sich auf jeden Fall in einem der Restaurants in Reykjahlíð zu essen – das Hotelrestaurant ist à la carte wie mit Buffet (völlig überzogene 6000 ISK pro Person) nicht zu empfehlen. Allein der große Speiseraum, der beim Abendessen von Reisegruppen nur so überläuft, ist nicht wirklich nach unserem Geschmack gewesen.

Am Abend sind wir noch auf einen kurzen Abstecher zu den nicht weit entfernten Pseudokratern von Skútustaðir aufgebrochen. Sie heißen Pseudokrater, weil sie keinen direkten vulkanischen Urpsrung haben. Wenn austretende Lava aus einem Vulkan auf Wasser trifft, verdampft dieses schlagartig und es kommt zu einer Explosion deren Resultat diese Krater sind. Von einem Parkplatz am Eingang erreicht man über einen schönen Rundweg mehrere der grün bewachsenen Krater, die allesamt zwar nicht hoch sind, aber schon mal einen Eindruck geben von dem, was uns in den nächsten Tagen erwartet: Eine spannende Region mit vulkanischer Aktivität.

Skútustaðir_01
Skútustaðir_02

Zahlen & Fakten zum Tag

Start/ZielDalvik/Mývatn
Gefahrene Streckeca. 235 km
UnterkunftHotel Laxa
RestaurantHotelrestaurant
AktivitätenWalbeobachtungstour in Húsavík
Godafoss
Pseudokrater von Skútustaðir

Habt ihr schon einmal die Gegend rund um Húsavík und Mývatn besucht? Oder habt ihr an anderen Orten in der Welt Wale (erfolgreich?) beobachtet? Wir freuen uns auf eure Erlebnisse in den Kommentaren.

Geschrieben von
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5 Kommentare

    • Das Segelboot war wirklich das Sahnehäubchen der ganzen Tour. Auch wenn wir “nur” die Zwergwale im Wasser gesehen haben und sie nicht gesprungen sind oder die Fluke gezeigt haben: Das war ein ganz tolles Erlebnis und die Tour hat großen Spaß gemacht. Vor allem hat das Wetter so toll mitgespielt 🙂

  • Hi Ihr Lieben,
    ich muss ja gestehen, dass ich vor allem auf die Puffins seeeehr neidisch bin. Ende Mai war ich ebenfalls in Island und immer wieder wurde uns gesagt: “Ja, die Puffins seht ihr bestimmt da oder dort. Die sind immer da!” Und in 14 Tagen haben wir keinen einzigen gesehen 🙁
    Beim Whale watching hatten wir uns für Davík entschieden und das war auch sehr beeindruckend und vor allem sehr ruhig. Es gab nur unser Schiff auf der Route und wir haben tatsächlich einen Buckelwal gesehen. Ein unglaubliches Erlebnis.
    Viele liebe Grüße
    Mandy

    • Die Puffins <3 ... ja, die sind total niedlich. Aber leider haben wir sie auch nur aus der Ferne gesehen und sind neidisch auf jeden, der sie urplötzlich neben sich auf einem Felsen entdecken durfte. In Dalvik hätten wir "nur" die Fahrt am Abend noch buchen können und das Meer sah leider ein wenig unruhig und die Luft ein wenig neblig aus. Von daher haben wir wettertechnisch mit Husavik mehr Glück gehabt. Aber schön zu lesen, dass man auch von Dalvik aus tolle Touren machen kann. Ein verschlafenes Nest, aber wir fanden es sehr gemütlich dort.

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