Ausflugstipp am Niederrhein | Freilichtmuseum in Grefrath

Freilichtmuseum Niederrhein Grefrath Bauernhof

Hört man von einem Freilichtmuseum weckt dieser Begriff ja meist etwas antiquierte Vorstellungen. Dass das völliger Quatsch ist beweist uns das Freilichtmuseum in Grefrath hier bei uns am Niederrhein. Eines der schönsten Museen seiner Art mit vielen historischen Bauernhöfen, einem wunderschönen Spielplatz, dem berühmten Pfannkuchenhaus und dazu noch direkt vor unserer Haustür.

Freilichtmuseum Niederrhein Grefrath Bauernhof Waldniel
Die Hofanlage Waldniel – rechts daneben die berühmten Wegedenkmäler, die bis heute vielerorts am Niederrhein zu finden sind.

Rundgang durch das Freilichtmuseum

Das Museum öffnet an diesem Herbstmorgen gerade erst seine Pforten als wir, begleitet von ein paar Hochzeitsgästen, den Eingang betreten. Hochzeitsgäste? Ja, denn auf dem Wasserschloss Dorenburg mitten im Freilichtmuseum kann man auch heiraten. Die Hochzeitsgruppe geht vor zur Dorenburg, wir erkunden das Museum in aller Ruhe im Uhrzeigersinn.

Die weitläufigen Wege bringen uns vorbei an Pferdekoppeln und Ställen zunächst zur Hofanlage Waldniel. Ein altes Fachwerkhäus mit Ställen, einem Innenhof und dem Tante-Emma-Laden des Museums (geöffnet von 11 bis 17 Uhr). Ein kleiner Spielplatz, eine Picknick-Ecke unter Apfelbäumen, freilaufende Hühner … hier lässt es sich gemütlich verweilen.

Freilichtmuseum Niederrhein Grefrath Bauernhof Waldniel Freilichtmuseum Niederrhein Grefrath Bauernhof Waldniel Spielplatz neben der Hofanlage Waldniel im Niederrheinischen Freilichtmuseum

Vorbei an Wegedenkmälern geht es zum Bienenhaus. Von April bis Juli berichtet immer samstags zwischen 10 und 12 Uhr der Imker von seiner Arbeit, warum die Bienen für unsere Umwelt so wichtig sind und wie Honig entsteht.

Nur wenige Schritte weiter sehen wir schon die Rückseite der Hofanlage Rasseln. Anders als normale Fachwerkhäuser aus dem 17. Jahrhundert ist hier besonders viel Holz verbaut werden. Weit mehr als das Haus für eine intakte Statik benötigt hätte. Die Besitzer waren wohlhabend und haben ihren Reichtum durch den Einsatz von kostbarem Holz auch nach außen gezeigt. Gegenüber ist die alte Bäckerei. Von Mai bis September kannst Du jeden Mittwoch köstliches frisches Steinofenbrot erwerben. Gegenüber der Hofanlage steht die alte Dorfschmiede aus dem 19. Jahrhundert, die aber noch voll funktionsfähig ist und bei regelmäßigen Vorführungen zum Einsatz kommt.

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Für die Kleinen gibt es jetzt das Highlight des Freilichtmuseums, der große Spielplatz wartet. Das riesige Abenteuerschiff mit Rutsche, Hängebrücke, Kletterseilen und natürlich einer riesigen Sandgrube ist perfekt für eine Pause in der man sich noch mal ordentlich auspowern kann. Wer ohne Kinder unterwegs ist überspringt den Spielplatz und entdeckt derweil ein echtes Highlight: Das Spielzeugmuseum! Auf drei Etagen gibt es hunderte Exponate rund um das, was Generationen verbindet: Das Spielen. Puppenhäuser, Würfel und Modelleisenbahnen treffen auf Seifenkisten und Stofftiere.

Spielplatz Freilichtmuseum Niederrhein Grefrath

Die Dorenburg

Die Dorenburg ist eine Wasserburg, die mitten im Freilichtmuseum auf einer kleinen Insel liegt. Heute sind in dem ehemaligen Herrensitz Sonderausstellungen des Museums untergebracht. Und man kann dort Heiraten – was eine schöne Kulisse fürs Ja-Wort!

Freilichtmuseum Niederrhein Grefrath Dorenburg Freilichtmuseum Niederrhein Grefrath Dorenburg

Zwischen Pfannkuchen und Bügeln

Am nördlichen Rand des Freilichtmuseums wartet das weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte Pannekookenhuus. Rund 40 verschiedene Varianten, süß oder herzhaft in verschiedenen Größen werden auf die Teller gezaubert. Für Kinder gibt es einen Eierpfannkuchen (in Mickymaus-Optik) gratis. An der Terrasse des Pfannkuchenhauses angeschlossen ist auch eine typisch niederrheinische Bügelbahn. Das “Bügeln” ist ein sehr alter Sport, der bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Am besten lässt es sich als eine Mischung aus Kegeln und Boccia beschreiben. Größere Holzkugeln müssen auf einer Lehmbahn mithilfe einer Schöppe durch einen Bügel bugsiert werden, daher der Name.

Tipp: Das Pannekookenhuus kann unabhängig vom Freilichtmuseum besucht werden. Dazu steuerst Du den Parkplatz am Eisstadion in Grefrath an und läufst dann ca. 300 Meter zu Fuß am Rand des Museumsgelände entlang.

Freilichtmuseum Niederrhein Grefrath Pannekookenhuus Freilichtmuseum Niederrhein Grefrath Pannekookenhuus

Flachsen, Sägen, Gerben

Die zweite Hälfte des Museums-Rundwegs führt zunächst in die Hofanlage Hagen mit einer historischen Flachsdarre und einer alten Weberei. Hier sind noch große Webrahmen aufgebaut und man sieht Stoffe wie sie früher hergestellt wurden. Dazu lohnt ein Blick in die alte Flachsdarre, in der die Aufwände Herstellung von Flachsfasern gezeigt wird. Darüber macht man sich kaum mehr Gedanken, wenn man heute “einfach so” Kleidung und Stoffe an jeder Ecke kaufen kann.

Ein Blick ins Innere der Kornbrennerei verrät vieles über die Schnapsherstellung Anfang des 20. Jahrhunderts. Deutlich moderner ist das daneben gelegene Sägewerk, das noch bis in die 1990er Jahre in Betrieb war. Die Gerberei befindet sich zwar in einem nachgebildeten Haus, aber die Gerätschaften sind Originale, die noch in den 1960er Jahren Verwendung fanden.

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Für das Freilichtmuseum lohnt ein halber bis ganzer Tag – und das ganzjährig. Jetzt im Herbst färben sich die Blätter wunderbar gelb und orange und früh morgens liegt Raureif und Frühnebel über den Wiesen. Dann ist das Museum noch menschenleer und für einen Moment fühlt es sich wirklich an, als hätten wir eine Reise in die Vergangenheit unserer Heimat unternommen.

Freilichtmuseum Niederrhein Grefrath

Welche Museen hast Du schon mal besucht, die dich völlig überrascht haben? Wir freuen uns auf Deine Tipps in den Kommentaren. Noch mehr  Ausflugstipps am Niederrheinhaben wir hier für Dich zusammengestellt.

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