Mummelsee-Hornisgrindepfad | Herbstwandern im Schwarzwald

Hornisgrinde

Die Tage werden kürzer, die Nächte kühler und morgens will sich der Nebel so gar nicht aus den Baumwipfeln verziehen. Ganz im Gegenteil, dicke Nebelschwaden bleiben auch tagsüber in den Bäumen hängen, die Luft ist feucht und riecht nach feuchtem Moos und Waldboden. Wandern im Schwarzwald ist immer schön – auch bei vermeintlich schlechtem Wetter.

Durch den Nebel hinauf zum Mummelsee

Viele Wege führen ans Ziel, so auch bei dieser Wanderung. Am großen Wanderparkplatz am Seibelseckle stehen zahlreiche Wegweiser, hier ist es nicht ganz leicht den Startpunkt zu finden. Die Schwarzwaldhochstraße weist euch den Weg, als erstes folgen wir dem Weg durch die Unterführung auf die andere Seite der Straße und gehen hinein in den nebligen Wald. Ein Blick zurück? Besser nicht, denn irgendwie ist es schon mystisch gruselig, dass wir schon bald nicht mehr sehen wo wir eigentlich herkamen. Durch den Wald geht der Pfad zügig bergauf und bietet erste (vernebelte) Aussichten auf den wunderschönen Nordschwarzwald. Dann und wann haben wir Glück und können durch den Nebel hindurch sogar ein wenig Konturen erhaschen.

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Viele Wege führen durch den Nordschwarzwald. Der Mummelsee Hornisgrindepfad ist fast überall sehr gut ausgeschildet – folgt einfach den roten Schildern!
Viele Wege führen durch den Nordschwarzwald. Der Mummelsee Hornisgrindepfad ist fast überall sehr gut ausgeschildet – folgt einfach den roten Schildern!

Alle Sorgen bleiben hier

Nach ein paar Metern parallel zur Schwarzwaldhochstraße begegnen wir auch den ersten Menschen, genaugenommen sogar sehr vielen. Denn der Mummelsee vermarketet sich seit jeher als wildromantisches Touristenziel auf der Schwarzwaldhochstraße. Busse mit Touristen, Wanderer, Tagesausflügler und Gäste des hier gelegenen Hotels kehren hier ein oder wandern einmal um den See herum. Das ist wirklich schnell erledigt, denn der Mummelsee ist wie der Name schon anklingen lässt klein und überschaubar. Bei der Meerjungfrau Statue halten wir kurz inne und werfen gedanklich alle Alltagssorgen über Bord, atmen tief durch und vertrauen auf das sanfte Lächeln der Meerjungfrau: Alles wird gut!

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Im Nebel durch das Hochmoor

Nach der verregneten Seerunde folgen wir dem nun etwas steiler ansteigenden Pfad durch den wunderbar vernebelten Wald zum Hornisgrindeturm. Auch hier werden wir immer wieder mit tollen Aussichten belohnt, denn tatsächlich drängen ein paar Sonnenstrahlen inzwischen den Nebel zurück. Bei gutem Wetter lohnt ein kleiner Abstecher zum Aussichtspunkt auf den Mummelsee. Weiter geht es auf schmalen Wegen durch dichtes Heidegewächs Richtung Hornisgrindeturm. Wir sind nun wieder einige Meter höher unterwegs, der Nebel zieht wieder auf und lässt die Stimmung gespenstisch mystisch werden. Aufgrund mangelnder Aussicht verzichten wir auf einen Besuch des Turms und steuern den Bohlenweg durch das Hochmoor an. Ein breiter Holzweg führt durch das gelb-orange-grün schimmernde Moor – eine wirklich fasznierende Landschaft, die bei inzwischem starken Regen und Nebel an England erinnert. Wow, was für eine Kulisse, da ist es uns auch egal, dass wir vom starken Wind fast von den Bohlen geweht werden.

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Über Stock und Stein zurück ins Seibelseckle

Im angrenzenden Wald finden wir ein wenig Regen- und Windschutz und setzen zum steilen Abstieg an. Wir erreichen noch den Dreifürstenstein, den höchsten Punkt Württembergs. Aufgrund des starken Regens bleiben wir hier nicht lange, sondern folgen über Stock und Stein dem Weg zurück zum Seibelseckle. Der steile Abstieg ist im Winter gesperrt und gilt auch im Sommer und Herbst bei schlechtem Wetter als nicht passierbar. Jetzt verstehen wir warum. Es macht zwar großen Spaß hier herunterzukraxeln, aber festes Schuhwerk und gerne auch ein Wanderstock (oder in unserem Fall ein Regenschirm) sind hier mehr als nützlich.

Unser Fazit? Eine wunderschöne Wanderung! Wir wollen den Mummelsee-Hornisgrindepfad unbedingt noch einmal wandern. Vielleicht auch im Herbst, gerne aber auch im Frühling oder Sommer bei hoffentlich besserem Wetter, um die großartigen Aussichten auch richtig genießen zu können.

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Daten und Fakten zum Mummelsee-Hornisgrindepfad

Länge: ca. 8 km
Höhenmeter: ca. 300 m
Dauer: 2:30 Stunden (Fotostops nicht eingerechnet)
Schwierigkeit: Der Abstieg vom Dreifürstenstein sollte nur mit wirklich festem Schuhwerk und bei gutem Wetter angegangen werden. Im Winter und bei schlechtem Wetter ist der Abstieg als “nicht passierbar” markiert.

Welches sind eure Lieblingswanderungen im Schwarzwald? Habt ihr Tipps für schöne Wanderungen mit tollen Panoramaaussichten für uns? Dann immer rein damit in die Kommentare, wir waren sicherlich nicht zum letzten Mal hier.

Geschrieben von
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8 Kommentare

  • Wie toll!!! Mensch, ihr Lieben, eure Bilder sind der Beweis, das sogenanntes schlechtes Wetter echt stimmungsvoll sein kann! Wie verrückt das Wetter spielt! Vom Nebel, in den Regen, zum Sonnenschein. Eine richtig tolle Wanderung! Gibt es für den Winter oder schlechtes Wetter denn eine Ausweichroute?

    • Hm, ganz erhlich haben wir uns das auch schon gefragt. Ich fürchte ehrlich gesagt nein 😀 Wir hätten wohl im schlimmsten Fall wieder zurück gemusst. Durch den Nebel waren viele Wegweiser aber auch nur schwer zu erkennen. Bekanntlich führen ja viele Wege zum Ziel 🙂

  • Den Mummelsee kenne ich noch nicht – überhaupt war ich noch nie im Schwarzwald. Eure Fotos vom nebligen Wald sind sehr stimmungsvoll. Passen so richtig zum Herbst, finde ich. Und Gewässer im Nebel haben auch etwas sehr Mystisches. Habe trotz des herrlichen Sonnenscheins vor dem Fenster gerade richtig Lust auf die nächsten dunklen Herbsttage bekommen 🙂 !
    Lieben Gruß von Sarah

    • Der Herbst ist wirklich wunderschön 🙂 Bei uns färben sich Tag für Tag die Bäume gerade bunter – ist das toll! Demnächst wollen wir hier ein paar Herbsttouren in der Region machen. Da gibt es einige schöne Seen und kleine Flüsse, die im Herbst auch immer toll mit Nebel verziert sind. Und natürlich gehört auch das leckere Essen im Herbst dazu. Apfelkuchen, Pflaumenkuchen, Kürbissuppe … mhmmmm 🙂

  • Habe vor kurzem einen Postkartengruß vom Mummelsee bekommen und gedacht, dass ich da auch mal wieder hin will. Eure Wanderung wird dann auf jeden Fall auch gemacht. Die Nebelstimmung auf euren Fotos sieht grandios aus.
    Ich bin am Rande des Schwarzwalds groß geworden, doch als Kind fand ich Wandern mässig spannend. Heute bereue ich, dass ich den Schwarzwald so schlecht kenne. Daher leider vorerst keine Schwarzwaldtipps von mir.

    • Liebe Sonja, das kann ich (Anke) gut nachvollziehen. Thorsten war schon als Kind ein Wanderfreund, ich habe es wirklich erst im Laufe der Zeit für mich entdeckt. Heute kann ich gar nicht genug davon bekommen, will auf jeden Gipfel rauf und jedes Panorama genießen. Aber hey, vielleicht brichst du ja einfach öfter in die alte Heimat auf und entdeckst den Schwarzwald und die Orte deiner Kindheit noch einmal völlig neu. Viel Spaß bei deiner geplanten Tour zum Mummelsee und grüß die Meerjungfrau von uns 🙂

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