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Wasserfälle und Moore | Dartmoor National Park & Bodmin Moor

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Dartmoor Nationalpark – allein der Name klingt nach den Sagen und Legenden. Geschichten aus Nebel und Moor, die man mit Südengland verbindet. Tja, bei fast durchgehend strahlendem Sonnenschein fiel es ein wenig schwer an Moorgeister und Gruselgeschichten zu glauben. Die Landschaften sind nicht weniger beeindruckend, immerhin hat man ohne Nebel eine wunderschöne Sicht. Am Ende des Tages sollten wir dann aber doch noch Bekanntschaft mit einsamen, gruseligen Moorlandschaften machten.

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Unsere Tour startete in Exeter – der ideale Ausgangspunkt für eine Tagestour durch den Dartmoor National Park. Abgesehen von wenigen Abstechern folgten wir der Straße B3212 quer durch den Park von Ost nach West. Erste Station war eines der beliebtesten Ausflugsziele für Wanderer und Familien im Dartmoor Nationalpark: Die Becky Falls.

#1: Wandern rund um die Becky Falls

Vom Parkplatz aus folgt ihr dem ausgeschilderten Fußweg zum Visitor Center, hier wird pro Person rund 8 Pfund Eintritt fällig, als Ticket gibt es einen Sticker. Während der Wanderungen wird man dann und wann von Rangern kontrolliert, deshalb klebt ihr euch den Sticker am besten gut sichtbar auf die Jacke.

Drei Wanderwege führen durch die Wälder, ihr habt die Wahl zwischen dem Blue Trail, Red Trail und Purple Trail. Der Blue Trail führt überwiegend durch Eichenwälder, ist überwiegend flach und führt über Wurzeln und Waldboden. Dauer: ca. 30-40 Minuten. Der Red Trail führt bergauf bergab zu den Becky Falls und über zum Teil etwas steilere Waldwege und Steine zurück zum Visitor Center. An zwei Stellen könnt ihr hier abkürzen, bei voller Länge seid ihr rund 50 Minuten unterwegs. Der Purple Trail dauert Kombination mit dem Red Trail ca.  1,5 Stunden und führt auch zu den Lower Becky Falls. Sowohl für den Red Trail als auch den Purple Trail bitte festes Schuhwerk dabei haben, auf den Steinen kann es mitunter rutschig sein.

Wir sind eine Kombination aus Red- und Purple Trail gewandert und waren mit Fotostops knapp 2 Stunden unterwegs. Ideal also für einen Vormittag zu Beginn der Tour durch den Dartmoor National Park.

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Der Moneytree bitte um die Spende von ein paar Pence damit die Waldgeister uns nichts tun. Besser spenden, man will sich ja nicht sagen "hätte ich mal ..."

Der Moneytree bitte um die Spende von ein paar Pence damit die Waldgeister uns nichts tun. Besser spenden, man will sich ja nicht sagen “hätte ich mal …”

 

#2: Von Ost nach West durch den Dartmoor National Park

Von den Becky Falls aus sind wir über Widecombe in the Moor Richtung B3212 gefahren – der Hauptstraße durch den Dartmoor National Park. Auf dieser Strecke erleben wir typisch englische Landstraßen: Rechts und links hohe undurchsichtige Hecken, schmale Straße und dann und wann Ausblicke auf sanft geschwungene grüne Hügel, Heidekraut und kleine verstreute Ortschaften und Häuser.

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#3: Klapperbrücke Postbridge

Das Highlight von Postbridge lässt sich einfach nicht übersehen – die 700 Jahre alte Klapperbrücke aus großen Steinplatten ist das Touristenziel im Park und wird von so ziemlich jedem Reisebus – und heute auch uns – angesteuert. Kurz hinter der Brücke ist rechts ein Parkplatz inkl. kleinem Visitor Center.  Das sonst in England übliche Parksystem “pay & display” wurde hier durch einen Briefkasten mit Möglichkeit zur freiwilligen Spende ersetzt. Wir passen einen guten Moment ohne Reisebus ab und spazieren mehrmals über die großen Steinplatten und am Ufer entlang. Idyllisch!

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#4: Bellever

Kurz hinter Postbridge folgen wir links dem Schild nach Bellever (1 Meile). Die Straße führt direkt zu einem kleinen Wanderparkplatz (auch hier gilt wie so oft in England “pay & display”). Der Automat ist jedoch defekt und so schlabbern wir die Tagesgebühr von 1 Pfund für den kurzen Fotostop. Folgt ihr der Straße weiter durch das Hinterland von Dartmoor seid ihr schnell umgeben von Schafen und den berühmten Dartmoor Ponys, die wild im Nationalpark leben.

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#4: Abstecher zur Käsepresse ins Bodmin Moor

Auf dem Weg Richtung Tavistock und dem Ausgang vom Dartmoor National Park kommt ihr kurz hinter Princetown noch am gruseligen Dartmoor Prison Heritage Centre vorbei. Alle, die bisher noch nicht genug Sagen und Mythen gespürt haben, können das hier nachholen.
Am Abend übernachten wir in der Nähe von Bodmin und fahren am späten Nachmittag noch in Richtung Bodmin Moor. Hier erleben wir nun den Gruselfaktor, der uns vormittags im Dartmoor Park so fehlte. Das Wetter hat sich inzwischen geändert, der Wind wird rauer, die Luft ist deutlich abgekühlt und die Sonne hinter den Wolken verschwunden. Wir sind auf der Suche nach der Käsepresse (engl. Cheesewring), einer Steinformation aus mehreren flach aufeinander liegenden Steinen.

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Die Parkplätze sind schlecht ausgeschildert, wir fragen viele Einheimische und bekommen unterschiedlichste Auskünfte. Schließlich finden wir einen kleinen Parkplatz mit einem moderigen Holzschild, das vielsagend in Richtung des Moors zeigt. Nur ein Mann mit seinem Hund begleitet uns auf den sumpfig-nassen Wegen durch das Bodmin Moor, ansonsten ist hier niemand unterwegs. Ungewiss ob wir auf dem richtigen Pfad unterwegs sind stapfen wir weiter, ziehen die Kapuzen tief ins Gesicht und mummeln uns in die Jacken. Ungemütliches Wetter!

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Weit und breit sind keine Steinformationen zu sehen. Der Weg war ja auch nur grob mit einem Pfeil beschildert, hier kommt man leicht vom Weg ab. Schließlich sehen wir am Horizont etwas verdächtiges und zoomen mit dem Teleobjektiv näher dran. Tatsächlich – dort hinten ist es! Die Betonung liegt auf “dort hinten”. Es sind noch einige Meter zu laufen, langsam ziehen die ersten Regentropfen auf. Der Mann mit dem Hund ist inzwischen abgebogen und wir stehen allein im windigen Bodmin Moor. Wir entscheiden uns umzukehren, der Cheesewring ist gefunden, wenn auch leider nicht erreicht.

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Für einen Einblick in den Dartmoor National Park reicht ein Tag völlig aus. Natürlich gibt es auch tolle mehrstündige Wanderungen oder Touren, die mindestens 2 Tage Aufenthalt brauchen. Zum Beispiel die Wanderung durch die Teign-Schlucht bei Castle Drogo, für die ihr rund 5 Stunden einplanen könnt.

Welches sind eure Lieblings-Spots in Südengland? Habt ihr mystische Moor-Erlebnisse gehabt oder besondere Steinformationen gefunden? Erzählt uns von euren Abenteuern in den Kommentaren.

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6 Kommentare

  1. Stefanie sagt

    Bei Sonnenschein sieht es schon schön dort aus – die Fotos mit Nebel, Wolken und Dramatik mag ich aber irgendwie noch mehr :-) Klischeedenken, oder? :)

    • moosearoundtheworld sagt

      Für richtig tolle Landschaftsfotos ist ein bedeckter Himmel auf jeden Fall von Vorteil :) Wir haben viel von den mystischen Gegenden im Dartmoor gehört und konnten es dann selbst kaum glauben. Für die Gruselstimmung waren wir ja dann am Abend noch im Bodmin Moor :)

  2. Großartige Motive – das Titelfoto erinnert mich an unsere erste Tour durch s Dartmoor, nichts für seiderne Nerven ;) Da war diese Ansicht noch wahrlich die beste, zeitweise haben wir die Hand vor Augen nicht gesehen vor lauter Nebel. Und wir haben das Gefängnis an diesem Tag besucht. Meiner Frau war zwischendurch Angst und bange, sie kann gar nicht glauben, dass eure Fotos hier aus dem Dartmoor NP stammen.
    Die Wälder rund um die Becky Falls sind surreal – unglaublich was für dschungelartige Pfade es dort gibt.

    • moosearoundtheworld sagt

      Die Becky Falls sind ein perfekter Familien- und Tagesausflug. Dort zwischen Elfen und Trollen im Wald kommt irgendwie keine gruselige Moor-Stimmung auf, das ist einfach eine tolle Fabelwelt. Die Wälder sehen aus wie gemalt :-)

  3. Pingback: Meine Lieblingsfundstücke im Dezember 2015 - soschy on tour

  4. Auf unserem Cornwall-Trip haben wir auch einen Abstecher nach Dartmoor gemacht, es hat etwas märchenhaftes an sich, einfach schön. Auch wenn etwas touristisch, aber der Steinkreis von Stonhenge hat mich schon fasziniert, vor allen Dingen auch die nach wie vor ungeklärte Frage “Welchen Zweck hatte der Steinkreis?”
    Liebe Grüße,
    Sabine

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