Rund um Borgarnes

Borgarnes Winter

Kennt ihr das? Eigentlich ist ein Städtchen vollkommen trostlos, aber irgendwie fasziniert es euch gerade deswegen. So geht es uns mit Borgarnes, dem 1.700 Einwohner Nest im Westen Islands. Im Sommer war hier schon so gut wie nichts los, im Winter noch viel weniger. Schrammelige Häuser, kaum Menschen auf der Straße, ein paar Supermärkte, Tankstellen – der ideale Ort zur kurzen Rast für die Weiterreise.

Wenn dir das Wetter nicht gefällt… mach das Beste draus!

Borgarnes ist jedoch perfekt um von hier Tagesausflüge auf die Halbinsel Snæfellsnes zu unternehmen. Genau das war auch unser Plan, jedoch wurde das Wetter noch eine Spur abenteuerlicher als die Tage zuvor. Der Schnee peitschte schon früh morgens über die Straße, die Sichtweite lag stellenweise nur bei wenigen Metern. Wir machten uns auf die Straße 96 Richtung Olafsvik – kehrten aber nach knapp 30 Kilometern wieder um. Auch der Blick auf die aktuellen Straßenverhältnisse ließ nichts gutes ahnen. Unser Ziel war der Kirkjufell mit dem malerisch davor gelegenen Wasserfall Kirkjufoss, den wir im Sommer verpasst haben. Auch Stykkisholmur hätte sich bestimmt gut für eine Mittagspause geeignet. Aber was nützt der schönste Berg und die schönste Aussicht, wenn man vor lauter Schnee nichts sieht.

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Von hier wären es noch knapp 100 Kilometer auf schlecht geräumten Straßen und ohne Chance auf Aussicht gewesen.
Von hier wären es noch knapp 100 Kilometer auf schlecht geräumten Straßen und ohne Chance auf Aussicht gewesen.

Museum im Landnahmezentrum

Schon wieder hat uns Borgarnes überrascht: Ein kleines Museum in einem so kleinen Nest – da geht man nicht mit großen Erwartungen hin. In einer von außen unscheinbar aussehenden Wellblechhalle findet sich aber ein richtiges Schätzchen. In zwei Ausstellungen werden die Besiedlungsgeschichte Islands und eine der bekanntesten Sagen das Landes – die Egilsaga – erzählt. Liebevoll gestaltete Exponate und ein toller Audioguide machen den Rundgang (ca. 30 Minuten pro Ausstellung) zu einem echten Erlebnis.

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Die zwei Ausstellungen können nacheinander besucht werden. Alles zur Besiedlung Islands findet sich im oberen Teil des Gebäudes, die Egil-Saga wurde im Keller inszeniert. Über den Audioguide werden Schautafeln und Ausstellungsstücke erklärt, viele Exponate sind zudem animiert. Uns hat die Egilssaga besonders gut gefallen. Die tollen Holzfiguren, Schnitzereien und Bilder sind liebevoll zusammengestellt und die Geschichte tragisch, unterhaltsam und spannend zugleich.

Spitzenküche im Landnahmezentrum

Das Restaurant im Landnahmezentrum haben wir schon zwei Mal besucht und waren jedes Mal restlos begeistert. Sicherlich – günstig ist es hier nicht, aber unglaublich köstlich. Vorweg ist das selbstgebackene Brot ein richtiger Gaumenschmaus. So gut, dass man zu den leckeren Suppen am liebsten noch ein Körbchen davon nachordert. Die Fleisch- und Fischgerichte sind hier genauso klasse wie die typisch isländische Küche, z. B. der Kartoffel-Fisch-Stampf Plokkfiskur.
Als Dessert jedes Mal ein Traum: Eyjafjallajökull – Schokoladenkuchen mit einem flüssigen Kern und Vanilleeis. Das macht so glücklich – da ist auch das Wetter draußen egal. Mittags gibts hier übrigens ein leckeres Lunch-Buffet – ideal für einen kleine Mittaspause.

Gemütlich und schick zugleich: Wer sicher gehen will sollte vor allem während der Saison reservieren.
Gemütlich und schick zugleich: Wer sicher gehen will sollte vor allem während der Saison reservieren.

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Auf der Straße Nr. 50 rund um Borgarnes

Auf dem Weg von Reykjavik nach Borgarnes oder auch als Halbtagestour lohnt sich eine Fahrt entlang der Straße rund um den Hvalfjördur-Fjord. Bei Schnee und Eis war diese Strecke heute leider keine Option. Und so machten wir uns voller Optimismus auf einen Mini-Roadtrip rund um Borgarnes. Wir folgten der Ringstraße zunächst nördlich und zweigten dann nach Osten auf die Straße Nr. 50 ab, die im großen Bogen zurück nach Borgarnes führte.

Anfangs sah es hier noch ganz gut aus, jedoch entpuppte sich auch diese Strecke als kleines Winter-Offroad-Abenteuer. Unser treues 4×4 Schneemobil ließ uns jedoch nicht im Stich und so erlebten wir eine tollen Tour an einem überwiegend sonnigen Nachmittag.

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Eine typisch isländische Tankstelle mitten im Nirgendwo.
Eine typisch isländische Tankstelle mitten im Nirgendwo.

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Spätestens jetzt sind wir froh, dass wir fast alleine unterwegs sind.
Spätestens jetzt sind wir froh, dass wir fast alleine auf dieser Straße unterwegs sind.

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Dieses Foto haben wir im Sommer schon einmal gemacht - aber: Es stimmt ja immer noch :-)
Dieses Foto haben wir im Sommer schon einmal gemacht – aber: Es stimmt ja immer noch 🙂
So muss ein Auto nach einem Winter Roadtrip aussehen!
So muss ein Auto nach einem Winter Roadtrip aussehen!

Was tun in und um Borgarnes?

Für eine Tour auf die Halbinsel Snæfellsnes ist Borganres der ideale Startpunkt. Früh morgens startet ihr von hier am besten Richtung Arnastapi und Hellnar und besucht die Halbinsel im Uhrzeigersinn. Entweder fahrt ihr abends nach Borgarnes zurück oder übernachtet z. B. in Stykkisholmur oder Olafsvik. Letzteres würden wir bei der nächsten Tour dorthin einplanen, um den Sonnenuntergang oder sogar die Nordlichter am Kirkjufell zu sehen.

Das Museum im Landnahmezentrum ist perfekt für schlechtes Wetter und lohnenswert für alle, die einen Einblick in die spannende isländische Geschichte und Sagenwelt bekommen möchten.

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Mehr von Anke

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6 Kommentare

  • Hi,
    ihr habt wieder wunderschöne Fotos von Island gemacht. Ich hoffe einfach mal, dass übernächste Woche wesentlich weniger Schnee auf Island liegt, denn dann fliegen wir dorthin – aber es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter … 🙂
    LG Myriam

    • Liebe Myriam,
      wir wünschen dir ganz ganz viel Spaß auf Island, hoffentlich habt ihr gutes Wetter. Aber du weißt ja: Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte 5 Minuten. Schneechaos ist natürlich nicht schön, aber so ein wenig verschneite Bergkuppen sind einmalig toll. Habt ihr eine feste Route geplant? Wer weiß, vielleicht habt ihr ja sogar noch Glück mit Nordlichter. So oder so: Habt eine wunderschöne und natürlich sichere Reise!! Wir freuen uns auf eure Berichte und Fotos.
      Herzliche Grüße
      Anke & Thorsten

  • So Weiß in Weiß ist auf jeden Fall fotogen! Manchmal macht einem das Wetter einfach einen Strich durch die Rechnung, man ist enttäuscht, weil man Highlight X oder Y nicht “in echt” erleben oder vor die Linse bekommen kann. Aber eigentlich ist es doch so: Paris besteht aus viel mehr als nur dem Eiffelturm, Kanada auf Lake Louise und die Niagara Fälle zu reduzieren wäre echt frech und Snæfellsness hat eben auch mehr schöne Spots als Kirkjufell. Die Fotos belegen das auf jeden Fall eindrücklich! Schönen Sonntag wünsche ich euch! Jutta

    • Liebe Jutta, da stimmen wir dir vollkommen zu. Ganz davon zu schweigen, dass wir bei perfekten Bedingungen das kleine verträumte Borgarnes nicht wirklich hätten kennenlernen können. Die anfängliche Enttäuschung wich der Erkenntnis, dass wir mit der Eishöhle und den Nordlichtern zwei richtige Highlights schon erleben durften. Snaefellsnes läuft uns ja nicht weg, wir kommen wieder 🙂 Genieß deinen Sonntag!

  • da sind wir heute auch lang gefahren. von schnee ist hier anfang november aber nur oben auf den bergen etwas zu sehen. sehr schöne eindrücke und bilder 🙂

    • Liebe Jessica,
      wir beneiden euch beide gerade richtig um eure tolle Tour! Genießt es weiterhin in vollen Zügen. Wir drücken euch die Daumen für noch mehr Nordlicht-Erlebnisse!
      Mit Schnee ist das auf Island wirklich so eine Sache. Manchmal kommt ein Sturm und alles ist weiß, dann wieder taut über Nacht alles weg 🙂
      Herzliche Grüße
      Anke & Thorsten

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