La Pedrera & Casa Battló | Gaudís Stadtvillen

La Pedrera

Mit der Sagrada Familia hat sich Antoni Gaudí sicherlich das größte Denkmal überhaupt gesetzt. Aber auch rund um die weltberühmte unvollendetete Kirche stehen zahlreiche Stadthäuser, die Gaudís Handschrift tragen. Wenn ihr euch zu Fuß von der Sagrada Familia auf den Weg in das edle Viertel Eixample macht, trefft ihr auf La Pedrera und wenige hundert Meter weiter auf die Casa Battló. Beide Stadtvillen sind Kunstwerke für sich in einer der nobelsten Ecken Barcelonas.

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La Pedrera | Die Geschichte eines noblen Stadthauses

Das Ehepaar Milà möchte sich Anfang des 20. Jahrhunderts im noblen Stadtteil Eixample ein stattliches Wohnhaus errichten lassen. Gaudí hatte sich durch Fertigstellung des Wohnhauses Casa Battló in der Gegend bereits einen Namen gemacht. Der Bau von Casa Milà, wie La Pedrera auch genannt wird, dauerte ca. vier Jahre. Am Ende begeistert das Stadthaus mit einer außergewöhnlichen Konstruktion ohne tragenden Wänden, einem natürlichen Belüftungssystem und einer spektakulären Dachterrasse. Im ganzen Haus gibt es nicht einen rechten Winkel, überall finden sich geschwungene und organische Formen, die sich zu einem großen Gesamtkunstwerk verbinden.

La Pedrera bedeutet wörtlich übersetzt “Das Steinbruchhaus”. Ein Titel, der auf die wuchtige Fassade des Hauses mit seinen zahlreichen Vorsprüngen und Balkonen anspielt. Durch die unregelmäßige Form erinnert die Fassade anschließend an einen Steinbruch.

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La Pedrera | Highlights

Nach dem etwas gedrungenen Eingang mit Gepäckkontrolle und Ausgabe der Audioguides erlebt ihr direkt das erste Highlight. Der wunderbare Innenhof von La Pedrera ist eine Oase der Ruhe im Vergleich zum hektischen Gedränge draußen auf der Straße. Ein Blick nach oben ist genauso toll wie der Treppenaufgang am hinteren Ende des Innenhofs.

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Mit dem Aufzug geht es nun hoch hinaus auf die imposante Dachterrasse. Ein beeindruckender Blick auf Barcelona inklusive der Sagrada Familia erwartet euch. Ein geschwungener Weg mit mehreren kleinen Treppen und Vorsprüngen voller schimmernder Mosaike führt einmal um die Terrasse herum. Außergewöhnliche Schornsteine und Lüftungsschächte, von denen viele an mittelalterliche Ritterrüstungen erinnern, sind über die gesamte Terrasse verteilt. Jeder dieser Lüftungsschächte und Kamine ist Teil eines genialen Belüftungskonzepts.

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Zu  Fuß geht es nun durch die einzelnen Stockwerke wieder nach unten in den Innenhof. Zunächst wird man Station für Station durch eine sehr sehenswerte Gaudí-Ausstellung geführt. Wer sich auch die Ausstellung in der Sagrada Familia angesehen hat wird hier einige Parallelen entdecken. Hühnerfüße als Vorbild für Türgriffe sind aber dennoch sehenswert.

Der eingerichtete Wohnraum auf der folgenden Etage ist nett anzusehen, wir haben uns aber nicht besonders lange dort mehr aufgehalten. Auf den übrigen Etagen sind Geschäftsräume und Wohnungen untergebracht, die auch heute noch bewohnt sind.

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Eintrittspreise

Wie bei den meisten Gaudí Gebäuden ist auch der Eintritt für La Pedrera wahrlich kein Schnäppchen. Im Eintrittspreis von 20,50 Euro (Kinder 7-12 Jahre: 10,25 Euro) ist immerhin ein äußerst umfangreicher und ausführlicher Audio-Guide enthalten. Bucht die Tickets am besten online und erspart euch lange Warteschlangen vor Ort.

Die Dachterrasse und der Innenhof sind die beiden Highlights des Gebäudes. Besonders im Sonnenauf- und untergang ist ein Besuch auf der Terrasse ein tolles Farbenspiel.

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Stadtvilla mit Drachendach | Casa Battló

Nur wenige hundert Meter von La Pedrera entfernt liegt die schon von weitem durch Besucherschlangen erkennbare Casa Battló. Die Fassade ist mit blumenartigen bunten Mosaiken besetzt, die Balkone wie auch bei La Pedrera geschwungen.

Casa Battló wurde jedoch anders als La Pedrera von Gaudí lediglich umgestaltet und nicht von Grund auf konstruiert. Der Verzicht auf rechte Winkel, Ornamente und Formen von natürlichen Vorbildern und ein ausgeklügeltes Belüftungssystem finden sich jedoch auch hier.

Der Rundgang durch die Casa Battló startet im Erdgeschoss und führt dann hinauf auf das Dach, das wie der Rücken eines bunt geschuppten Drachen anmutet. Außergewöhnliche Lüftungsschächte sind über und über mit bunten Mosaiken gestaltet.

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Knochige Säulen, geschwungene Formen und Mosaikelemente: Eine typische Gaudí Fassade
Knochige Säulen, geschwungene Formen und Mosaikelemente: Eine typische Gaudí Fassade

Casa Battló | Highlights

Die Casa Battló ist ein einzigartiges Gesamtkunstwerk, das vom Erdgeschoss bis zum Dach einem kleinen Wunderland gleicht. Nichts ist gerade, alles ein wenig geschwungen und im Fluss – selbst die Fliesen im berühmten blau strahlenden Treppenhaus haben eine unregelmäßige Oberfläche.  Die noblen Wohnräume in der ersten Etage sind beeindruckend. Schaut einfach mal zur Decke: Aber passt auf, dass ihr keinen Drehwurm bekommt wenn sich die Deckenfläche schneckenhausfömig um den imposanten Kronleuchter kringelt.

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Nicht einmal hier findet sich ein rechter Winkel, die Wände, Türen, Fliesen und Treppen sind alle bearbeitet und rundlich geformt.
Nicht einmal hier findet sich ein rechter Winkel, die Wände, Türen, Fliesen und Treppen sind alle bearbeitet und rundlich geformt.

Die Dachterrasse ist genau wie bei La Pedrera das Highlight der Villa. Der Blick über Barcelona ist zwar nicht ganz so schön, dafür strahlen die prächtigen Drachenschuppen in allen Farben von den Schornsteinen und dem Dachsims.

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Eintrittspreise

Für den Eintitt in die Casa Battló dürft ihr stolze 21,50 Euro berappen (Kinder 7 bis 18 Jahre: 18,50 Euro). Auch in diesem Preis ist ein Audioguide enthalten. Wenn ihr eure Tickets online bucht habt ihr bei der Casa Battló gleich zwei Vorteile: Ihr spart euch die langen Schlangen (wir haben 40 Minuten gewartet, die geschätze Wartezeit laut Anzeige betrug 8 Minuten) und ihr bekommt den interaktiven Besucherguide für euer Smartphone kostenlos dazu.

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Welche der beiden Gaudí-Villen lohnt sich denn nun mehr?

Wenn ihr Fans von Antoni Gaudís Architektur, dem spanischen Jugendstil und der Modernisme-Baukunst seid – dann überlest diesen Absatz und schaut euch beide Gebäude an. Wir haben uns die Sagrada Familia, La Pedrera und die Casa Battló an einem Tag angeschaut und hatten am Ende einen kleinen Gaudí-Overkill – das war wirklich zu viel des Guten.

Das Preis- / Leistungsverhältnis ist bei der Sagrada Familia am besten, La Pedrera und Casa Battló sind gleich teuer und bieten deutlich weniger. (Kombi-) Rabatte gibt es keine, lediglich über die bekannten Angebote wie die Barcelona-Card könnt ihr ein paar Euro Eintritt sparen. La Pedrera ist schlichter und  hat die beeindruckendere Dachterrasse inkl. schönerem Blick auf die Stadt. Casa Battló bietet die schöneren Innenräume und ist von der Fassade bis zum Dach deutlich bunter und farbenfroher.

Welches ist euer liebstes Gebäude von Gaudí in Barcelona? Die Sagrada Familia, La Pedrera oder doch Casa Battló? Oder habt ihr noch ganz andere Tipps für tolle Gaudí-Gebäude? Dann immer her mit euren Empfehlungen – schreibt sie uns in die Kommentare.

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4 Kommentare

  • Ich kann kaum glauben, dass man in den beiden Gebäuden wirklich leben kann. Das erinnert ja wirklich an Alice im Wunderland 😀 Der Innenhof des ersten Gebäudes … hach, der ist aber toll!!! Wirklich schön 🙂 Wie lange braucht man denn bis man die beiden Häuser gesehen hat?

    • Hallo Sarah,
      wir haben an einem Tag die Sagrada Familia, La Pedrera und die Casa Battló besucht. Das war ganz schön viel und am Ende des Tages kann man keine Mosaikfliesen und gaudiistische Formen mehr sehen 🙂 Für die beiden Stadtvillen kannst du gut und gerne einen halben bis dreiviertel Tag rechnen. Vor allem wenn du dir auch die Ausstellung in La Pedrera anschauen willst. Toll sind auch die Lichtshows am Abend.

  • Die Casa Battlò ist toll, oder? Mich hat das blau geflieste Treppenhaus total fasziniert. Vor allem die Erklärung, warum oben die Fliesen dunkler sind als unten, nämlich wegen des Lichteinfalls, der oben stärker ist, so dass das Treppenhaus gleichmäßig blau erscheinen soll.
    Schöne Fotos und ein schöner Bericht 🙂
    LG!

    • Ja, die Casa Battló ist wirklich klasse! Oh, die Erklärung kannten wir noch gar nicht, aber das ergibt Sinn und ist wieder eines dieser genialen Gaudí-Details 🙂

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