Instatravel: Die Windmühlen von Kinderdijk

Neben Tulpen, Fahrrädern und leckerem Käse sind unsere niederländischen Nachbarn vor allem für die zahlreichen Windmühlen bekannt, die überall im Land zu finden sind. Was wir an Windmühlen so lieben? Sie stehen meist in idyllischer Natur, die sich prima zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden lässt. Die Geschichte hinter den vielen Windmühlen der Niederlande kann man bei einer der vielleicht bekanntesten, aber auch schönsten Sehenswürdigkeiten des Landes eindrucksvoll bestaunen: Den Windmühlen von Kinderdijk.

Idyllisches Weltkulturerbe südlich von Rotterdam

Die insgesamt 19 Windmühlen von Kinderdijk gehören zum Unesco Weltkulturerbe und liegen ca. 15 Kilometer südöstlich von Rotterdam in einer Polderlandschaft. Als Polder bezeichnet man Gebiete, die durch den Bau von Deichen vor Hochwassern bewahrt werden. Durch Flüsse und Gewässer in der näheren Umgebung, deren Wasserspiegel über dem Boden der Polderlandschaften liegt, wären diese Gebiete ohne das Abpumpen des Wassers ständig von Hochwasser bedroht. Heutzutage werden hierfür motorisierte Pumpen eingesetzt, früher wurden für diese Arbeit Windmühlen eingesetzt.

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Anfahrt und Eintritt

Die gute Nachricht vorneweg: Der Spazieren oder Radeln am Ufer der Windmühlen ist kostenfrei. Lediglich der Besuch der Museumsmühle kostet Eintritt (Erwachsene 6 Euro, Kinder 4 Euro). Mit dem Auto kann man problemlos bis zum Parkplatz des Mühlenparks fahren. (5 Euro Parkgebühr).
Wer Kinderdijk als Tagesausflug von Rotterdam besucht kann die Fahrt dorthin schon zum Erlebnis werden lassen. Von der Erasmusbrücke in Rotterdam legt der Wasserbus Nr. 20 Richtung Dordrecht ab. In Ridderkerk de Schans wechselt man auf die Fähre nach Kinderdjik und ist insgesamt in ca. 40 Minuten bei den Windmühlen. Die Mitnahme von Fahrrädern ist kostenlos – die Uferwege in Kinderdijk lassen sich hervorragend mit dem Fahrrad erkunden. Weitere Informationen über die Bootstour und die Preise findet ihr hier oder auch der Website der Kinderdijk Windermühlen.

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Nederwaard Overwaard & De Blokker

Die Mühlen in Kinderdijk haben je nach Aussehen, Bauform und Standort auf den einzelnen Poldern unterschiedliche Namen. Folgt man dem Uferweg vom Parkplatz aus so befinden sich auf der rechten Uferseite die 8 Nederwaard Mühlen, die allesamt rund und aus rotem Backstein gebaut sind. Die zweite Mühle ist die sogenannte Museumsmühle, die auch besichtigt werden kann. Da die Nederwaard-Mühlen sehr eng beieinander stehen wurden sie bewusst versetzt angeordnet, damit sie sich nicht gegenseitig den Wind nehmen.

Auf der linken Uferseite stehen die 10 Windmühlen des Overwaard Polders, die achteckig und aus Holz gebaut wurden. Die einzelne Windmühle De Blokker steht auf dem gleichnamigen Polder und ein wenig abseits der anderen Mühlen (vom Parkplatz aus gesehen genau auf 12 Uhr). Abgesehen von der Museumsmühle sind die anderen Mühlen in Privatbesitz und werden auch heute noch bewohnt.

Die Mühle wurde wie alle Nederwaard Mühlen im Jahr 1738 aus rotem Backstein errichtet.
Die Mühle wurde wie alle Nederwaard Mühlen im Jahr 1738 aus rotem Backstein errichtet.

Eine Mühle von Innen

Der Besuch der Museumsmühle vermittelt einen Eindruck wie das Leben in einer Windmühle ausgesehen hat. Vor allem die beengten Platzverhältnisse, die runden Wände und die schmalen Treppen sind spannend zu sehen. Das eingerichtete Wohnzimmer vermittelt stilecht wie man aus wenig Platz das meiste herausholt. Über eine steile Treppe geht es auf den Dachboden. Von dort hat man einen schönen Ausblick auf die Umgebung und kommt den großen Windrädern ein Stück näher.

Die Museumsmühle in Kinderdijk
Die Museumsmühle kann über eine kleine Brücke erreicht werden. Den Eintritt kann man direkt an der Mühle zahlen. (Erwachsene 6 €, Kinder 4 €)

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Spannend, wie platzsparend so eine Mühle von innen eingerichtet ist. Ein kuscheliges kleines Bett in der Wand ...
Spannend, wie platzsparend so eine Mühle von innen eingerichtet ist. Ein kuscheliges kleines Bett in der Wand …

Der perfekte Tagesausflug

Ein Ausflug nach Kinderdijk verbindet spannende Kulturgeschichte mit toller Natur. Für das entspannte Umherspazieren entlang der Windmühlen kann man auf jeden Fall ein bisschen Zeit einplanen. Wir haben Kinderdijk mit einem Besuch in Amsterdam verbunden. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist kann aber auch in der Gegend rund um die Windmühlen noch ein wenig in die Pedale treten und die Landschaft genießen.

Warum heißt es eigentlich Kinderdijk?

Wer bei Kinderdijk die deutsche Übersetzung Kinderdeich im Kopf hat liegt genau richtig. Es gibt viele Geschichten, die sich um die Herkunft des Namens ranken. Einer Erzählung nach wurde während der Zweiten Elisabethenflut im Jahr 1421 eine Wiege mit einem Kind dort am Deich an Land gespült. Während in dieser Flutnacht wahrscheinlich Tausende Menschen umgekommen sind, blieb dieses Kind wie durch ein Wunder unverletzt. Eine andere Sage erzählt davon, dass der Deich rund um die Windmühlen von Kindern erbaut wurde. Und wieder andere Erzählungen berichten davon, dass die Deiche in Kinderdijk schlicht kleiner, niedriger und eben kindlicher waren, als die der umliegenden Gebiete. Das schöne bei den ganzen Erzählungen: Jede enthält vermutlich ein bisschen Wahrheit und macht den Ort gleich umso spannender.

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Habt ihr schon einmal die Windmühlen in Kinderdijk gesehen? Oder kennt ihr andere lohnenswerte Ziele für einen (Tages-)Ausflug in den Niederlanden? Wir freuen uns auf eure Tipps.

Teilnahme am #ITTD Instagram Travel Thursday

Der Instagram Travel Thursday ist eine wöchentliche Instagram Blogging-Aktion von Jana von Sonne & Wolken, Anita von travelita und Mela von morgenmuffel.in. Um an der Aktion teilnzunehmen, bloggt ihr über ein Reisethema in Verbindung mit Instagram und teilt euren Link bei einer der drei Hosts im Link Widget. Mehr über das IG Travel Thursday Projekt könnt ihr hier nachlesen.

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8 Kommentare

    • Hallo Simone,
      ja, Kinderdijk ist immer einen Ausflug wert. Beim nächsten Mal wollen wir es mit einem Rotterdam-Besuch kombinieren, da waren wir noch nicht 🙂
      Liebe Grüße
      Anke & Thorsten

    • Ohh ja, ich würde gerne mal in einer Windmühle für ein paar Tage wohnen. Ist doch bestimmt toll. Vielleicht weiß ja jemand wo so etwas möglich ist 🙂

  • Wow! Super schöne Bilder! Windmühlen finde ich ja immer toll!!! Ich vermisse die See ein wenig da ich ja jetzt eher in der Nähe der Berge wohne. Auch wenn es hier super schön ist, zieht es mich trotzdem manchmal in den Norden! Nächsten Sommer will ich da auf jeden Fall wieder hin!!!

    • Hallo Jana,
      schon komisch, oder? Wir wohnen näher an der See als an den Bergen und wünschen uns manchmal wir könnten “mal eben” auf eine Bergtour starten. Tolle Bergpanoramen, klare Seen, saftig grüne Wiesen und einfach stundenlang umherspazieren – manchmal gibt es doch nichts besseres. Wir wünschen dir viel Spaß im nächsten Sommer im Norden und natürlich bei den tollen Windmühlen.
      Liebe Grüße
      Anke & Thorsten

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