Fünf Fragen am Fünften | Von Sandburgen, Reisebonbons und der Suche nach Unterschieden

Norwegen Hochland Trollstigen

Es sind schon wieder vier Wochen rum, es ist der 4. September und die Fünf Fragen am Fünften von Luzia Pimpinella sind noch nicht fertig geschrieben. Dabei habe ich mir das ja fest vorgenommen – einmal im Monat ruft die liebe Nic nämlich mit Fünf Fragen zum Grübeln über sich und das Leben auf. In den letzten Wochen war es ganz schön trubelig bei uns. Minimoose hat die ersten Zähnchen bekommen, auf die ToDo-Liste für den Blog sind mehr Aufgaben gewandert als abgehakt wurden und die Vorbereitungen für unsere neuen Kalender laufen auf Hochtouren. Es wird also nicht langweilig. Dazu stehen drölfzig und zwei Termine für das Projekt Hausbau an und am Horizont kommt meine Kiefer-OP immer näher. Aber daran mag ich noch gar nicht denken, also, rasch rasch zu Luzias Fragen und meinen Antworten.

Koli Nationalpark Ukko Koli

Was ist der größte Unterschied zwischen dir und deinem Partner?

DEN größten Unterschied kann ich nicht nennen, es sind eher die vielen kleinen Dinge, die uns anders sein lassen. Thorsten ist Analytiker, Kopfmensch, Zahlenmensch, rational. Ich bin kreativ, impulsiv, kopflastiger Bauchmensch und manchmal zu schnell mit meinen Gedanken und Ideen, die mich oft Kopf, Kragen und ruhige Nächte kosten. Nicht umsonst schreibe ich die meisten Texte auf unserem Blog („Du kennst einfach mehr Worte“) und habe die Hand bei der Bildbearbeitung oben. Social Media – auch mein Part. Aber da gibt es noch so viel im Hintergrund zu tun. Technische Aufgaben, Backups, Buchhaltung, Steuerkram, Verwaltung, die Pflege des Online-Shops. Da ergänzen wir uns und jeder bringt seine eigenen Stärken ein!

Und trotzdem haben wir beide auch viel vom jeweils anderen, wachsen aneinander. Thorsten schafft es, dass ich mich für Themen wie HDMI-Verkabelung im Haus, „Dolby Surround X.weiß ich nicht“ zu interessieren. Und ich kann ihm glaubhaft vermitteln, dass es mehr gibt als 16 Farben (ja, da ist er sehr an mir gewachsen!). Aber bei den wirklich wichtigen Fragen im Leben, unserer gemeinsamen Vorstellung vom Familienleben, vom Glücklich sein, von dem was man braucht und was nicht – da sind wir sehr einer Meinung. Der Weg dahin sieht natürlich mitunter unterschiedlich aus – das Salz in der Suppe eben. 

Was würdest du deinem Kind am liebsten für’s Leben mitgeben?

Diese Frage passt wie die Faust aufs Auge zu unserem aktuellen Leben: Unser Minimoose ist inzwischen 8 Monate alt, wird mobiler, aktiver und bekommt jeden Tag mehr einen eigenen Kopf. Ja, dieser kleine Kopf kann schon ganz schön stur sein und Minimoose weiß genau was es will. Unser großer Skandinavien-Roadtrip hat ganz viel von dem gehabt, wie Minimoose die Welt erleben soll: Neugierig, unvoreingenommen, offen. Weltoffenheit ist für uns ein ganz wichtiger Wert. Gehe auf Menschen zu, auch wenn sie anders sind. Deine Sicht auf die Dinge ist nicht besser oder schlechter, sondern erst einmal nur deine Sicht. Hinterfrage warum andere Menschen so sind wie sie sind und verurteile sie nicht, weil sie anders sind.

Weltoffenheit bedeutet aber für uns Eltern auch: Loslassen können! Die Sache mit den Wurzeln und den Flügeln ist mein tiefer Wunsch, auch wenn das viel einfacher klingt als es ist. Aber egal was kommt und wohin die Weltoffenheit und Neugier unser Minimoose auch führt: Bei uns ist immer ein Zuhause, unsere Tür steht immer offen. Das zu vermitteln ist die wohl schönste und schwierigste Aufgabe unseres Lebens! 

Und natürlich: Sei immer fröhlich, genieße den Tag, genieße jeden Moment deines kostbaren Lebens und sei dankbar dafür!

Norwegen Lofoten Mercedes GLC

Womit belohnst du sich am liebsten, wenn du hart gearbeitet hast?

Ein wirkliches Geschenk an mich selbst ist eine kleine Reise. Und sei es nur eine Wanderauszeit in der Heimat, ein gutes Essen zwei, drei Städte weiter. Ja, das entspannt und so wird aus einem 0-8-15 Wochenende ein kleines Abenteuer. Sobald ich mich 50 km von Zuhause entferne beginnt bei mir die Erholung. Sich diese Momente zu schenken ist wahrlich ein Genuss – und das tue ich viel zu selten. Übrigens auch oder gerade wenn man Mama ist. Mit der Geburt unseres Minimoose sind ganz viele eigene Bedürfnisse nach hinten gerutscht. Noch tut mir das nicht weh, aber damit das auch so bleibt führen wir eine „Glücks-Bucketliste“. Darauf stehen allerlei Belohnungen, Wünsche und Ideen, die wir uns erfüllen und nicht vergessen wollen. Manche dann auch einfach ohne Grund und ohne harte Arbeit.

Norwegen Roadtrip

Was ist das Außergewöhnlichste, dass du jemals auf einer Reise gegessen hast?

Puh, gar nicht so leicht sich da an alles zu erinnern. Spontan haben wir beide diese Frage mit „Haggis“ beantwortet. Das vermutlich schottischste aller schottischen Gerichte, eine Art Grützwurst bestehend aus Gerste und Innereien. Das klingt erst einmal fies, schmeckt aber tatsächlich wie eine würzige Frikadelle. Gar nicht schlecht, den Kopf muss man einfach ausschalten. Auf Island haben wir einen großen Bogen um fermentierten Hai und gekochten Schafskopf gemacht, Heuschrecken und Co kamen nur mal auf einem Foodmarket auf den Teller.

Aber außergewöhnlich muss ja nicht immer unangenehm sein. Außergewöhnlich gut haben wir in Südafrika am Rande des Bontebok Nationalparks gegessen: Springbockfilet. In Trondheim haben wir die wohl besten Cupcakes unseres Lebens gegessen, leider hat das kleine gemütliche Café inzwischen geschlossen (wir haben ein kleines Tränchen verdrückt bei unserem letzten Besuch in der Stadt). Und im Berner Oberland haben wir eines der leckersten (und teuersten!) Fondues unseres Lebens genossen! 

In welcher Beziehung möchtest du immer Kind bleiben?

Als Kind habe ich in jedem Sommerurlaub am Meer eine Sandburg gebaut. Jeden Tag. Jedes Mal habe ich daran geglaubt, dass sie stark genug sei, um gegen die Flut zu bestehen. Es wurden Wassergräben gebaut, hohe Wälle aufgeschüttet und in der Mitte meiner Burgfestung stand ein grooooßer Berg, von dem ich jedes Mal überzeugt war, dass er hoch genug sei. Die Wahrheit ist: Ich habe jedes Mal verloren. Jedes Mal kam irgendwann DIE eine Welle, die alles überspült hat. Aber ich habe den Glauben daran nicht verloren. Bin jeden Tag mit neuer Energie losgezogen, habe mit Eimern, Spaten und natürlich den Händen geschaufelt, geklopft, getürmt und modelliert. Und der einzige Grund warum ich es nicht doch noch irgendwann geschafft habe: Ich habe es einfach nicht mehr probiert! Vielleicht sollte ich beim nächsten Urlaub am Meer (davon machen wir nur so wenige) es einfach noch mal versuchen!

Und diese ganzen Burgen-Bau-Abenteuer fanden natürlich in den Sommerferien statt. Den als Kind endlos lang erscheinenden sechs Wochen Sommerferien! Was haben wir diese Tage mit Abenteuern gefüllt. Was wäre es schön, wenn man heute einfach den Schalter im Kopf umlegen kann und sechs Wochen sind endlos lang! Ich sollte diesen Schalter unbedingt suchen …

Bullerbü in Schweden

So, und während ich nun meine Glücks-Bucketliste noch einmal erweitere und den Schalter für die Zeitmaschine im Kopf suche, stöbere ich natürlich auch durch Deine Antworten auf Luzia Pimpinellas Fragen. Übrigens: Vor kurzem hat Nic uns auch auf ihrem Blog vorgestellt. Das sehr schöne Interview mit Thorsten und mir könnt ihr hier nachlesen. Ich bin gespannt und sage auf bald im Oktober – Wahnsinn, da sind sie wieder … die schnell dahinziehenden Wochen.

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