Fünf Fragen am Fünften | Vom Schwedensommer, Date-Erinnerungen & meinem Eis-Diplom

Bullerbü in Schweden

Es ist Sommer! Das verrät nicht nur das gefühlt jenseits der 30 Grad festgetackerte Thermometer, sondern auch die langen lichtgefluteten Tage, die Grillgelage am See und die (mittlerweile vertrockneten) Mittsommer-Bäume hier in Schweden!

Zeit sich also mit einem sehr kühlen Wässerchen mit Zitrone mal Gedanken zu den Fünf Fragen am Fünften von Luzia Pimpinella zu machen. Ja, das warme Wetter und unser großartiger Midsommar-Roadtrip ist es wohl Schuld, dass dieser Post erst am 22. Juli erscheint. Los geht’s!

Sonnenuntergang Schweden

1. Was magst du am Sommer am liebsten?

Das viele Licht! Sommer bedeutet für mich Sonne und davon ganz viel. Ja, es darf auch heiß sein, aber bitte trocken und nicht schwitze-schwül (so wie im Moment). Das viele Licht ist wahrscheinlich auch einer der Gründe, warum ich Skandinavien so liebe. Da gibt es im Sommer Sonne satt, die Temperaturen sind angenehm, die Luft klar. Die Obstgärten sind voll mit all den Naschereien, die ich so liebe: Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen. Alles wandert gleich in den Mund oder morgens frisch aufs Müsli, in den Salat, in den Kuchen. Wenn ich aufstehe ist es schon hell, wenn ich schlafe gehe noch nicht ganz dunkel.

So richtig das Gefühl von Sommer hatte ich hier in Südschweden. Auch wenn es aktuell viel viel zu heiß ist und die Bäume in den Wäldern vertrocknen (oder in Mittelschweden sogar verbrennen): Die Sonnenuntergänge am See sind einfach nur schön. So schön, dass ich ganz naiv ausgeblendet habe, dass auch Mücken dieses Wetter lieben und sich freuen, wenn ich mit nackigen Beinchen abends am See fotografiere.

Sonnenuntergang Fiskecamp Smaland

2. Was an Dir ist typisch deutsch?

In einer Buchhandlung in Seattle haben wir mal einen Reiseführer über Deutschland in der Hand gehalten. Man will ja wissen, wie uns das Ausland so sieht. Zitat: „Deutsche erkennst du daran, dass sie auf der Autobahn links fahren und dich mit Lichthupe und Blinker höflich aber deutlich auffordern Platz zu machen.“ Hm, auch eine Ansicht. Und mal was anderes als die preußische Pünktlichkeit, die Zuverlässigkeit und all das was man uns „Krauts“ sonst so nachsagt.

Ja, bin ich jetzt eher Team Lichthupe oder Team Pünktlichkeit? Gewissermaßen beides (zumindest habe ich tatsächlich ein Pünktchen in Flensburg). Aber ich mag Unpünktlichkeit gar nicht und tippe mir innerlich selbst mahnend an die Nase, wenn ich einen Termin nicht einhalten kann. Als Mama gewinnt man in diesem Punkt aber zunehmend auch an Gelassenheit. Und man organisiert sich einfach völlig anders.

A propos Orga: Auch ein gewisser Sinn für Ordnung, Struktur und Planung muss bei mir da sein. Ja, und die Sache mit der Ordnung treibt dann wieder so seine Blüten. Man sagt mir eine enorme Leidenschaft für Post-its nach. Und zwar nur das Original, denn das klebt besser. Kleben ist besonders wichtig, denn ich hänge liebend gerne Post ist um und sortiere damit so ziemlich alles was mit einfällt: Kochrezepte, Urlaubs-Checklisten … Und das Schönste: Nach dem Erledigen das Post-it knüllen und wegwerfen (aber in den Mülleimer, Ordnung muss sein).

Ach ja … und ich kann manchmal wirklich gut übers Wetter jammern und mich über jeden aufregen, der ebenjenes tut!

Eiscafé Söderköping

3. An welchem Kurs oder Workshop würdest du gern teilnehmen bzw. was würdest du gern mal lernen?

Ich liebe Eis! Und ich würde wirklich gerne in Bologna das Eis-Diplom ablegen. Und wenn man schon mal da ist verbinden wir diese Reise gleich mit einem Mini-Roadtrip durch Norditalien und lernen Pasta stilecht selbst zu machen. Ja, und wir würden wirklich gerne eine weitere Sprache lernen. Wir liebäugeln ganz stark mit Norwegisch! Damit kann man sich in ganz Skandinavien (okay, bis auf Finnland) recht gut verständigen und versteht auch im Schwedischen und Dänischen dann recht viel. Das Kreative in mir stupst mich gerade auch an und ruft laut „Handlettering! Wann machst du da endlich mal was?!“ Ja – wann? Denn ich möchte mich sehr gerne (wieder) dem Thema Handlettering widmen, um auch einen Ausgleich zu all der digitalen Arbeit zu haben.

Cafe Mandeltartan Ronneby

4. Wo bist du deinem Partner zuerst aufgefallen oder er natürlich auch dir?

Bei dieser Frage müssen wir beide sehr schmunzeln, denn unser erstes Date würde heute gaaaanz sicher an einem anderen Ort stattfinden. Damals war es tatsächlich bei Starbucks. Bei Starbucks!! Einem Laden, den wir heute so meiden wie der Teufel das Weihwasser. Statt sich in so einer Unisono-Kaffeebrühbude zu treffen, würden wir heute in ein liebesvoll geführtes individuellen Cafés gehen, minutenlang die Kuchentheke inspizieren und uns dann für eine bunte Mischung aus herzhaft und süß entscheiden. Wie viel mehr würde die Wahl des Kuchens auch über das Gegenüber aussagen als die Entscheidung für tall, grande oder venti. Aber damals fanden wir das ganz okay so, und überhaupt: Es ging ja nicht um den Ort.

Denn was aber vom ersten Moment an besonders zwischen uns beiden war und es bis heute ist: Wir können unglaublich gut und viel und eigentlich ständig miteinander reden. Damals so lange und intensiv, dass wir irgendwann die einzigen Gäste waren und der arme Kellner peinlich berührt gefragt hat ob es okay sei neben uns schon mal die Stühle hochzuklappen. Und der absolut fade Ort hat dem ersten Date ja nicht geschadet!

 5. Welcher Cocktail beschreibt dich am besten?

Herrje, die Frage überfordert mich! Ich bin kein Cocktail-Namen-Kenner und eigentlich auch kein Cocktail-Trinker. Die Antwort auf die Frage “Was magst du trinken? lautet bei ernstgemeint und vollkommen umlangweilig: “Wasser”. Ich trinke es gerne, mit und ohne Sprudel, aber nicht aus Plastikflaschen. Zurück zum Cocktail: „Meinen“ Cocktail gibt es also wahrscheinlich noch gar nicht, sondern er muss erst noch gemixt werden.

Was darf rein? Auf jeden Fall Maracuja, denn den Geschmack liebe ich einfach! Ich könnte jeden Tag eine, ach quatsch, locker drei der Früchte löffeln und mich über das Knacken der Kerne freuen. Bitte bloß keine Sahne im Cocktail, denn die mag ich schon auf dem Kuchen nicht. Und als Nicht-Alkohol-Trinkerin sind die Spirituosen dieser Welt auch raus. Ich merke schon … langsam werde ich so kompliziert wie jemand, der ein Lachs-Sandwich aber bitte ohne Lachs bestellt. Von daher: Einfach offen sein. Mischt mir ein paar fruchtige Dinge zusammen (gerne mit Verlauf im Glas, das ist so hübsch!), packt viel Eis rein (ist ja Sommer!) und ich bin happy.

Ingebo Hagar Smaland Cafe

So! Und während das Zitronen-Wasser im Glas neben mir langsam zu warm wird freue ich mich auf Deine Sommer-Antworten auf Luzias Fünf Fragen am Fünften aus dem Juli.

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