Ein Kindheitstraum: Das Miniaturwunderland in Hamburg

Hamburg ist für mich eine der sehenswertesten Städte Deutschlands und es gibt ausreichend Gründe hier mindestens einmal im Jahr vorbeizuschauen. Worauf ich mich bei jedem Besuch am meisten freue? Auf ein von außen recht unscheinbares Haus mitten in der Speicherstadt. Von außen nicht anders als viele der anderen Gebäude in der Gegend. Aber innen erwartet einen auf 4 Etagen ein wahrer Kindheitstraum: Das Miniaturwunderland: Die größte Modelleisenbahnanlage der Welt!

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Angefangen hat hier alles im Jahr 2000 mit der Idee, die größte Modelleisenbahn der Welt zu bauen. Der fiktive Ort Knuffingen bietet schon allerlei Highlights, aber die Lust aufs Tüfteln und Entwickeln ist bei den beiden Erfindern nie abgebrochen. Und so gibt es bis heute 8 Themenwelten und ein Ende ist nicht abzusehen:

Mitteldeutschland, Knuffingen, Österreich, Hamburg, Amerika, Skandinavien, Schweiz & Knuffingen Airport

2015 soll der Bauabschnitt Italien fertiggestellt werden. Und es stehen weitere Highlights an: Auch Frankreich, England und Afrika stehen schon in den Startlöchern – wenn da nicht irgendwo auch das Platzproblem wäre.

Es werde Nacht im Miniaturwunderland

Alle 15 Minuten wird es dunkel in Knuffingen & Umgebung. Automatisch setzt erst die Dämmerung ein und wenige Sekunden später wird es Nacht. Auch Feuerwehreinsätze und Unfälle ereignen sich in regelmäßigen Abständen.

Schweizer Schokolade macht glücklich

Über viele Knöpfe in der ganzen Anlage können auch die Besucher in das Geschehen eingreifen: Eine Explosion im Bergwerk, drehende Windräder oder ein Tor in der Imtech-Arena können per Knopfdruck ausgelöst werden. Im Erdgeschoss gibt es passend zur Schweiz eine Schokoladenfabrik – per Knopfdruck setzen sich zunächst die Arbeiter in der Fabrik in Bewegung und simsalabim: Es fällt ein kleines original verpacktes Stück Schokolade für den Besucher heraus. Leider war bei meinem letzten Besuch der Vorrat aufgebraucht.

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Sonderausstellungen

Neben den erwähnten Themenwelten gibt es auch regelmäßig Sonderausstellungen z. B. zu Bundestagswahlen. Parteien konnten mit den Mitarbeitern des Miniaturwunderlandes je 1 Quadratmeter mit den Inhalten ihres Parteiprogramms gestalten. Wie sähe ein Leben im Miniaturwunderland nach ihren Vorstellungen aus?
Oder die Geschichte unserer Zivilisation: Wie hat sich ein bestimmtes Stück Land im Laufe der Epochen von der Steinzeit über das Mittelalter bis heute entwickelt? Wo früher Zelte und Wald standen waren zwischenzeitlich Burgen und heute Hochhäuser …

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Must-have: Führung hinter den Kulissen

Es gibt in Ausstellungen und Museen oft genug gute und schlechte Führungen – im Miniaturwunderland ist eine geführte Tour hinter der Kulissen eine absolute Pflicht. Die “Besuchersicht” auf Knuffingen und Co ist ja schon beeindruckend und man entdeckt mit jedem Blick neue Details. Keine Sorge, die Backstage-Sicht auf die Miniaturwelt ist mindestens genauso spannend.

Im Gänsemarsch geht es in kleinen Gruppen hinter den Tischen entlang, über kleine Treppen und Durchgänge. Hier lohnt sich regelmäßig der Blick unter die Tische um das gigantische Netz an Schienen, Ersatzbahnen und Kabel zu bestaunen. Der größte Teil des Schienennetzes liegt nämlich unter den Tischen, genau wie ein großes Depot an Ersatzloks. Durch die enorme Länge der gesamten Bahn und Höhenunterschiede – zum Beispiel auf dem Weg von der Schweiz nach oben in die nächsten Etagen – sind die Waggons natürlich auch regelmäßig reparaturanfällig. Fotografieren und Filmen während der Führungen ist übrigens ausdrücklich gestattet und erwünscht.

Besonders schön: Man merkt den Mitarbeitern und Tourguides die große Freude an ihrem Job wirklich an. Das Team wird nicht müde neue Ideen zu entwickeln und so lange zu tüfteln bis sie auch funktionieren. Wahrscheinlich wird eher das Gebäude zu klein als dass es keine neuen Pläne für eine Erweiterung gibt. Neue Highlights sind garantiert – und ein Besuch von mir auch.

Love is in the air

Besonders viel Spaß machen die liebevollen Details im Miniaturwunderland. Mit viel Witz und Humor gibt es hier so einiges zu entdecken. Jeder Besucher bekommt am Eingang einen Flyer, der nicht nur einen Lageplan zur Orientierung enthält, sondern auch eine Checkliste mit 20 beliebten Details aus dem Miniaturwunderland. Alle zu finden kann schon recht lange dauern, aber währenddessen entdeckt man eben auch tolle andere Sachen. Die Liebe spielt in Knuffingen und Co auf jeden Fall eine große Rolle:

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Geheiratet wird hier ganz klassisch in weiß …

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… oder auch kitschig im rosa Oldtimer in Las Vegas.

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Liebe unter freiem Himmel gibt es besonders oft bei der Führung hinter den Kulissen zu sehen …

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… Oma & Opa haben sich hier auch noch lieb …

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… und das Pärchen im Sonnenblumenfeld ist eines der besagten 20 Details, die man zu finden hat. Check!

Tipps für den Besuch im Miniaturwunderland

– Abends sind erfahrungsgemäß weniger Besucher vor Ort und ein Besuch wesentlich entspannter.
– Um dem Besucherandrang ein wenig zu entgehen, sollte man wenn möglich den Besuch während der Ferien und an Feiertagen vermeiden.
– Die Tickets vorab online zu kaufen erspart unnötige Wartezeiten an der Kasse (30 Minuten und mehr sind hier keine Seltenheit). Beim Kauf muss man sich auf einen Tag und eine Uhrzeit festlegen.
– Unbedingt eine Führung buchen (die Termine sind hier schnell vergriffen, deshalb dafür auf jeden Fall vorher die Online-Buchung wählen).
– Wer vor lauter Fotografieren die Laufzeit des Akkus aus dem Auge verliert findet eine abschließbare “Ladestation” direkt gegenüber des Treffpunkts für die Führungen. Für alle gängigen Kamera- und Handyakku-Typen gibt es hier kleine abschließbare Ladefächer in denen Handy- und Kameraakkus aufgefrischt werden können.

Geschrieben von
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8 Kommentare

  • Hallo Ihr zwei, ich bins noch mal. Ich muss jetzt unbedingt wissen welche Kamera und Objektive ihr für eure Aufnahmen benutzt. Bin hin und weg. Werde eure Blogbeiträge direkt mal abonnieren. Viel Erfolg noch!

    • *freu* schön, dass wir einen Leser mehr gewinnen konnten. Über unser technisches Equipment werden wir noch mal ausführlich gesondert schreiben, aber so viel schon mal vorbei: Thorsten fotografiert mit einer Canon EOS 700D , ich mit einer Nikon D7100. Ausgerechnet im Miniaturwunderland hatte ich meine Festbrennweite vergessen und hatte “nur” meinen Nikon Allzweckzoom 18-200mm drauf. Dafür bin ich mit den Ergebnissen dann doch ganz zufrieden. Ich nutze sehr gerne mein Sigma 10-20mm Weitwinkel, das eben genannte Zoom-Objektiv (beispielsweise die Allzweckwaffe bei Fotos aus dem Auto) und eine kleine Sammlung an Festbrennweiten. Thorsten hat oft sein 17-55mm Sigma (f2.8) drauf. Ich hoffe, das gibt dir schon mal einen kleinen Überblick 🙂
      Liebe Grüße, Anke

  • Leider ist mein letzter HH Besuch aufgrund familiärer Dinge ins Wasser gefallen. Das muss ich unbedingt im nächsten Jahr nachholen. Und das Miniaturwunderland steht oben auf meiner Liste. Danke für Deinen Artikel. LG Tanja 😉

    • Wir wünschen Dir viel Spaß! Das schöne ist, dass es sich dort ja ständig entwickelt und verändert, so ist es immer wieder ein tolles Erlebenis.

  • Tolle Fotos, toll beschrieben. Macht Lust auf Hamburg und vor allem auf die Miniaturwelt. Ich glaube das muß man gesehen haben. Hamburg ist wirklich eine tolle Stadt, was es hier alles zu erleben gibt, da reicht ein Urlaub glaube ich gar nicht.

    • Hamburg ist eine unserer Lieblingsstädte und jedes Mal ist es aufs neue eine schöne Zeit dort. Das Miniaturwunderland entwickelt sich auch ständig weiter. Es wird also nie langweilig dort 🙂

  • Ich habe zwar lange in Hamburg gelebt, aber im Miniaturwunderland war ich noch nie… Das wird sich beim nächsten Besuch meiner Heimatstadt ändern! Die Tour hinter den Kulissen klingt wirklich sehr cool, da muss ich mal vorbeischauen. Vielen Dank für den tollen Post!

    Herzlich,
    Anna

    • Die Tour können wir dir auf jeden Fall empfehlen – denk aber unbedingt ans Vorbuchen. Wir sind auch schon ganz gespannt was wir beim nächsten Mal neues dort entdecken können.

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