Bucketlist für die Corona-Krise | Auch als Reiseblogger sind wir gerne daheim

Krickenbecker Seen Nettetal Niederrhein

Noch vor wenigen Wochen waren wir uns ganz sicher, dass wir unsere Reisepläne für 2020 aufrecht erhalten. Über Ostern stand eine Tour nach Mecklenburg an, mit dem Boot sollte es über die Seenplatte gehen. Vor drei Wochen war es noch legitim zu denken: Naja, wir sind in der Natur unterwegs, allein und werden kaum Menschenkontakt haben.

Wenige Tage später kamen erste Zweifel. Der Tag der Anzahlung rückte näher und wir überlegten ernsthaft: Oder lieber doch daheim bleiben? Wir haben schlussendlich die Tour abgesagt. Nur wenige Tage später erreichte uns ein Schreiben des Insolvenzverwalters. Der Vercharterer ist inzwischen pleite – auch wenn das nicht an Corona lag wie wir inzwischen wissen.

Gedanklich haben wir uns von den meisten Reisen in diesem Jahr schon verabschiedet. Aber wir holen sie alle nach. Reisen ist derzeit ein Luxus, auf den wir gern verzichten. Solange bleiben wir daheim – und auch wenn das für Reiseblogger seltsam klingt: Wir genießen die Zeit sehr. Denn das einzige, was gerade von uns verlangt wird ist: Bleibt Zuhause! Allein, dass wir ein Dach über dem Kopf haben und in einer warmen Wohnung mit vollem Kühlschrank sitzen ist es etwas, um das uns Millionen Menschen auf der Welt beneiden. Von so einem Luxus wie einem Netflix-Abo, Spielekonsolen und Co wollen wir da gar nicht erst anfangen.

De Wittsee Nettetal Niederrhein

Homeoffice mit Kleinkind – Ein Spagat, der Kraft kostet aber gelingt

Seit fast zwei Jahren nutze ich regelmäßig das Homeoffice. Nirgendwo sonst bin ich so produktiv und schaffe so viel in so kurzer Zeit. Seit 10 Tagen erlebe ich das Homeoffice aber nicht mehr allein, sondern mit einer quirligen kleinen Minimoose, die natürlich gar nicht versteht was um sie herum da eigentlich passiert. Ja, das ist eine Herausforderung. Das Haus sieht täglich aus als hätte eine Bombe eingeschlagen, wir leben im ständigen Spagat zwischen Beruf und Kind und dem Gefühl beidem gerecht werden zu müssen. Telefonkonferenzen mit den Kollegen am einen Ohr und dem anderen Auge auf dem Kind sind nervenaufreibend.

Aber: Wir freuen uns auch sehr so eng als Familie zusammen sein zu können. Was ein Privileg! Die kurze Zeit im Leben unserer Tochter in der wir das wichtigste für sie sind, genießen wir in vollen Zügen. Tägliche lange Spaziergänge mit dem Laufrad, gemeinsames Basteln für Ostern, Buddeln im Garten, Musik hören, singen, tanzen, lesen – neben allem Stress ist diese Situation als Familie auch schön!

Frühling Niederrhein Blüte

1o Ideen, die wir in den nächsten Wochen daheim umsetzen

#1: Den Garten sommerfit machen. Unser Garten freut sich gerade über jede Minute Zuwendung. Beete wollen gefräst und bald frisch bepflanzt werden. Bäume, Sträucher, Gräser, Bodendecker und Stauden sind bestellt und können hoffentlich bald gesetzt werden. Unser Gartenhaus wird in wenigen Wochen aufgebaut und dann in schwedenrot mit weißen Fenstern und Türen gestrichen. Was freue ich mich auf den Anblick meiner kleinen skandinavischen Oase! Mal ehrlich: Im eigenen Garten oder auf dem Balkon gibt es doch immer etwas zu tun, oder? Wie wäre es mit:

  • Gemüse anziehen. Kürbis und Zucchini haben wir letzte Woche in Anzuchttöpfchen eingepflanzt. Am sonnigsten Platz des Hauses ziehen wir sie jetzt in den nächsten Wochen groß – die Zucchini recken schon nach einer Woche kräftig die Köpfe nach oben.
  • Ein Bienenhotel im Garten oder dem Balkon einrichten
  • Ein Hochbeet bauen
Gartenarbeit mit Kleinkind Pflanzen anziehen
Gemüse anziehen. Klappt auch super mit Kleinkind! Und täglich kann man sich daran erfreuen wie die Pflänzchen wachsen und gedeihen!
Pflanzen ziehen Frühling Zucchini
Nach einer Woche recken die jungen Zucchini-Pflanzen schon die Köpfchen nach oben!

#2: DIY-Projekte für draußen und drinnen. Schon lange planen wir einen Wegweiser als Deko für unseren Garten. Er wird aus Holz sein und auf den Schildern stehen besondere Orte, die wir in den letzten 10 Jahren gemeinsam bereist haben. Damit es am Ende kein Schilderwald wird müssen wir hier noch gut auswählen, welche Orte es an den Wegweiser schaffen. Auf jeden Fall dabei ist der Mather Point (8.607 km) am Grand Canyon – der Ort an dem wir uns vor 7 Jahren verlobt haben!

#3: Gemeinsam kochen. Wenn schon Lebensmittel gehamstert werden, dann hoffen wir doch sehr, dass die auch verkocht und verbacken werden. Wenn es unter der Woche schneller gehen muss kochen wir gern für zwei Tage vor oder bestellen auch mal Essen. Damit unterstützen wir auch viele lokale Restaurants, die teilweise über Nacht einen Lieferdienst oder Drive In aus dem Boden gestampft haben.

Wir haben eine große Kochbuch-Sammlung und auch die kommt wieder viel öfter zum Einsatz. Vor allem nordische Rezepte landen bei uns häufig auf dem Tisch. Wir erinnern uns damit an wunderschöne Reisemomente und freuen uns vor auf das Reisen nach Corona. Unsere besten kulinarischen Erinnerungen landen auch regelmäßig hier auf dem Blog, z. B. ganz frisch unsere Schwedischen Apfelwaffeln.

Schwedische Apfelwaffeln Waffelrezept
Unsere Schwedische Apfelwaffeln: Die machen immer glücklich!

#4: Sich auf Ostern freuen. Ostern wird dieses Jahr leider ohne die große Familie stattfinden. Aber wir wissen schon, dass wir Ostern mit der Familie nachfeiern. Wir werden Osterdienstag ein wenig Schokolade rabattiert kaufen und sie für das „spätere Ostern“ aufheben. Trotzdem freut sich das Heim auf ein bisschen Frühlingsdeko auf den Schränken und in den Fenster, auf Schmuck für den Osterstrauß und frische Farben!

#5: Jeden Abend vor die Tür gehen. Es ist endlich länger hell. Diese ersten Frühlingstage tun doch einfach jedes Jahr gut, oder? Abends kann man auch um 19 Uhr noch bei langsam sinkender Sonne einen kleinen Spaziergang machen. Das füllt die Vitamin D-Speicher auf und hebt die Laune! Also: Egal ob Homeoffice oder Büro: Abends geht es eine Runde vor die Tür. Nimm doch beim nächsten Mal Deine Kamera mit und halte die schöne Lichtstimmung fest.

Apfelstadt Tönisvorst Apfelplantage Frühling

#6: Sonne tanken am Wochenende. Das Wetter hat es in der letzten Woche wirklich gut mit uns gemeint. Hier auf dem Land gibt es wirklich keinen Grund zu jammern, denn der Weg zum Bäcker, zum Bauern oder in den Supermarkt kann bei Sonnenschein herrlich zu Fuß erledigt werden. Die ersten Apfel- und Kirschblüten öffnen sich, die Narzissen schmücken Gärten und Balkone. Es ist wirklich nicht die Zeit für Urlaubsfrust, sondern wir haben Grund genug uns über diese kleinen Natur-Auszeiten zu freuen.

Wir nutzen die derzeitige Lage und erkunden sehr viele Wege in der eigenen Heimat. Habt ihr mal beim regionalen Tourismusverband nachgeschaut was es in eurer Gegend für Wanderungen gibt? Trotz tollem Wetter sind uns auf unseren Touren hier kaum Menschen begegnet – wer Einsamkeit möchte findet sie!

#7: Glückstagebuch schreiben. Ich habe zum 1.1. dieses Jahr angefangen jeden Abend aufzuschreiben wofür ich dankbar bin und was ich morgen besser machen will. Es tut gut schon jetzt in diesen Erinnerungen zu blättern. Auch in Corona-Zeiten gibt es jeden Tag Dinge für die man dankbar sein sollte. Und wenn es nur die eigene Gesundheit ist. Das 6-Minuten-Tagebuch fordert von Dir morgens und abends jeweils 3 Minuten Deiner Zeit.

#8: Spieleabende. Gemeinsame Brettspiel-Abende mit Freunde gehören für uns seit Jahren dazu. Wir haben jetzt erst einmal alle Termine in den nächsten Wochen abgesagt. Aber auch zu zweit oder mit dem Nachwuchs lässt sich toll spielen. Hier kommt der Klassiker ab 2 Jahren Mein erster Obstgarten gerade täglich auf den Tisch. Für Erwachsene gibt es viele tolle 2-Spieler-Spiele wie z. B.

  • Ganz schön clever: Ein Würfelspiel bei dem Du auch immer von den Würfen Deiner Mitspieler profitierst – wenn Du clever kombinierst.
  • Parks: Das wohl schönste Brettspiel, das wir in den letzten Jahren gespielt haben. Auf dem deutschen Markt erscheint es ab Mitte April. Für alle, die gerne in die amerikanischen Nationalparks reisen ist dieses Spiel ein Muss.
  • EXIT-Games von Kosmos, unser liebstes ist Der Tote im Orient Express
  • Exit-Puzzles. Für alle, die gerne puzzeln und auch ein wenig rätseln möchten.
  • Targi: Als Nomade handelst Du mit Datteln, Pfeffer, Salz und versuchst durch geschicktes Tauschen Aufträge zu erfüllen.

#9: Carepakete für Familie und Freunde verschicken. Ostern werden wir alle leider nicht miteinander feiern können. Aber vielleicht backt man doch ein Osterlamm, rollt ein paar Pralinen oder zaubert ein paar andere Kleinigkeiten in der Küche und erfreut damit die Liebsten. Meine Mama hat letzte Woche ein Paket mit ein paar Spielsachen für Minimoose geschickt. Die Freude beim gemeinsamen Auspacken ist zumindest ein kleiner Trost für den fehlenden persönlichen Kontakt.

#10: Fotobücher gestalten. Wir arbeiten gerade an unserem Fotobuch über unseren Elternzeit-Roadtrip nach Skandinavien. Der ist schon fast zwei Jahre her – Du siehst es wird Zeit. Egal ob am Rechner oder analog mit Papier, Scrapbooking-Zubehör und Fotoecken: So etwas macht Spaß und am Ende hat man etwas Selbstgemachtes in den Händen.

Apfelstadt Tönisvorst Apfelplantage Frühling daheim

In jeder Krise steckt eine Chance

Wir glauben, dass in dieser Situation wie in jeder Krise auch eine Chance steckt. Eine Chance für uns als Gesellschaft, für die Digitalisierung, für das Überdenken von wirtschaftlicher Abhängigkeit – und nicht zuletzt für die Natur. Wenn jetzt die ersten Blätter an den Bäumen sprießen und die Blumen ihre Köpfe nach oben recken dann scheinen sie alle zu rufen: Endlich können wir durchatmen. Endlich bekommen wir die Pause, die wir brauchen. Unser Klima bekommt endlich die Chance Luft zu holen. Kein Klimapaket, keine Politik, keine Mauer, keine Demonstration kein Krieg hat das geschafft. Dazu brauchte es einen Virus, den man nicht sieht, der uns aber gerade alle zum Anhalten zwingt.

Noch mehr Inspiration für die Corona-Krise

Viele Reiseblogger bewegt derzeit die Corona-Krise. Sehr lohnenswerte Texte dazu findest Du z. B. bei

Bleibt gesund und behaltet Zuversicht!

Geschrieben von
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