7 Dinge, die uns beim Fotografieren auf Reisen wichtig sind

Wir freuen uns wie Bolle darüber, dass wir regelmäßig so viele Komplimente und Lob für unsere Fotos bekommen. Reisen und Fotografieren gehört für uns einfach zusammen, da kommt die Blogparade von Thomas und Melanie genau zur richtigen Zeit. Die beiden reisen nicht nur wie wir leidenschaftlich gerne durch die USA, sondern fotografieren auch sehr gerne. In ihrer Blogparade dreht sich alles um die Themen Fotografie auf Reisen, das eigene Equipment, Bildbearbeitung und Datensicherung unterwegs. Wir steuern dazu unsere 7 Dinge bei, die uns während des Reisens beim Fotografieren wichtig sind.

#1: Liebe das, was du tust

Fotografie auf Reisen ist für uns alles, außer Mittel zum Zweck. Schon bei der Reisevorbereitung lesen wir nicht nur viel über die Reiseroute an sich, sondern halten oftmals auch schon Ausschau nach spannenden Orten für Fotos oder bestaunen die Aufnahmen anderer Fotografen. Einen Ort in einem besonders tollen Licht zu erleben ist für uns Grund genug, auch spontan einmal die Reiseroute zu ändern. Für tolle Aufnahmen stehen wir auch gerne mitten in der Nacht auf, um früh morgens den Sonnenaufgang zu erleben oder frösteln abends bei Langzeitbelichtungen vor uns hin.

Der frühe Vogel fängt den Sonnenaufgang im Bild ein.
Der frühe Vogel fängt den Sonnenaufgang im Bild ein.
Für eine Langzeitbelichtung muss man auf jeden Fall Geduld und am besten heißen Tee gegen die Kälte mitbringen.
Für eine Langzeitbelichtung muss man auf jeden Fall Geduld und am besten heißen Tee gegen die Kälte mitbringen.

Neben wirklich schönen Momenten und Motiven fangen wir aber auch banale Nebensächlichkeiten ein, die nur dazu dienen, um sich an Orte, Beschilderungen oder andere Auffälligkeiten zu erinnern. Fotos dienen in diesem Fall als eine Art visuelle Gedankenstütze. Viele dieser Informationen helfen uns hinterher beim Verfassen von Artikeln für unseren Blog oder für zukünftige Reisen. Oder sind einfach nur hübsch und springen uns spontan ins Auge.

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#2: RAW-Format für maximale Qualität

Um das Maximum aus unseren Bildern in der Nachbearbeitung herauszuholen, nutzen wir (inzwischen) nur noch das RAW-Format, also das digitale Negativ. Die Preise für Speicherkarten purzeln ohnehin immer weiter in den Keller, dass man guten Gewissens 30 MB und mehr pro Foto verbrauchen kann. Während das kameraseitig erstellte JPG die Bildinformationen bereits stark komprimiert, bleiben beim RAW alle Bearbeitungsmöglichkeiten und Bildinformationen erhalten.

#3: Wir packen unsere Koffer und hinein packen wir … zu viel

Auch wenn wir es auf vielen langen Wanderungen (besonders in die Höhe) verfluchen: Wir ziehen immer mit unseren zwei Kameras (Nikon D7100 und Canon EOS 700D) und mehreren Objektiven los. Anke arbeitet bevorzugt im Weitwinkelbereich, Thorsten mag den Telebereich lieber. So decken wir nicht nur einen großen Brennweitenbereich ab, sondern erfassen einen Ort oder eine Situation auch immer aus zwei Perspektiven. Auch wenn es auf den ersten Blick völlig idiotisch erscheint während einer Wanderung in den Dolomiten gleich zwei schwere Kameras auf dem Rücken zu tragen. Aber so ist das eben mit Leidenschaften … Leiden (und in dem Fall Rückenleiden) gehört dazu.

Standardmäßig sind wir mit einem praktischen Reisezoom unterwegs (Nikon 18-200 mm). Das Objektiv macht zwar nicht die knackigsten Fotos, ist aber vor allem praktisch, nicht zu schwer und vielseitig einsetzbar. Sehr gerne schraubt Anke zwischendurch auch einmal das Weitwinkel (Sigma 10-20 mm ) drauf und Thorsten wechselt zum Tele (Tamron 70-300mm). Eine Festbrennweite (Nikon 35 mm) ist auch immer dabei. Dazu kommt dann noch allerlei Kleinkram angefangen von Wechselakkus, Ladegeräten, Filtern und vieles mehr. Das alles passt aber sehr gut in einen übersichtlichen Fotorucksack, eine absolut lohnenswerte Investition. Wenn es das Freigepäck der Airline oder der Platz im Kofferraum zulässt nehmen wir auch unseren Stative mit. Damit sind dann auch tolle Langzeitbelichtungen möglich.

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#4: Lieblingsmotive finden

Wir lieben beide beeindruckende Landschaften, sodass der Großteil unserer Fotos auch genau das zeigt: Seen, Berge, Wälder, Schnee, Wasserfälle, Wüste. Je unterschiedlicher desto besser. Bei Architektur scheiden sich bei uns ein wenig die Geister. Anke liebt die kleinen verwinkelten Gassen, Altstädte und ramschige Fassaden. Thorsten ist diesen Motiven zwar nicht abgeneigt, aber gerät auch ins Schwärmen, wenn er von monumentalen Wolkenkratzern steht. Bei der Fotografie muss man hier oftmals kreativ werden. Manchmal ist ein Detail wie eine Fassade schicker in Szene zu setzen als krampfhaft zu versuchen irgendwie das komplette Gebäude abzulichten. Da wir sehr häufig mit dem Auto unterwegs sind halten wir die Strecke auch immer gerne mit tollen Straßen-Fotos fest.

Das Herz hüpft vor Freude bei dieser Kulisse.
Das Herz hüpft vor Freude bei dieser Kulisse.

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#5: Immer ein offenes Auge für neue Eindrücke haben

Neben tolle Landschaften haben wir mit der Zeit eine Vorliebe für ausgefallene Briefkästen entwickelt. Neugierig schauen wir oft links und rechts der Fassaden auf außergewöhnliche oder besonders hübsche Postboxen. Diese “Sammelleidenschaft” fing mit spontanen Aufnahmen an und entwickelte sich darauf zu einer richtigen Liebe zu tollen Briefkästen. Gleiches gilt für Verkehrsschilder! Da kann man nie genug Fotos von sammeln.

Wer das Gefühl hat, dass sein Blick irgendwie “festgefahren” ist, der sollte sich einfach mal umdrehen und in eine andere Richtung schauen. Oder spontan einfach etwas festhalten und hinterher noch mal draufschauen. Den Blick neu ausrichten, neue Reize fürs Auge schaffen und einen neuen Eindruck der Umgebung gewinnen. Beispiel: Als wir vor kurzem in Rotterdam unterwegs waren haben wir durch einen einfachen Blick zurück diese tolle Häuserfassade entdeckt.

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#6: Seit neustem: Zeitraffer und GoPro-Action!

Für unsere Hochzeitsreise nach Island haben wir uns unser neustes Baby zugelegt: Eine GoPro Action Cam. Zusammen mit einer Saugnapfhalterung fürs Auto haben wir (fast) unsere komplette Route einmal rund um die Ringstraße im Zeitraffer aufgenommen.

An besonders beeindruckenden Orten wie zum Beispiel der Gletscherlagune Jökulsarlon haben wir die sich langsam bewegenden und abbrechenden Eisberge auch im Zeitraffer festgehalten. Das stundenlange in der Kälte stehen und Hoffen, dass dabei genau vor unseren Augen etwas tolles passiert wurde am Ende auch belohnt. Seitdem halten wir auch den ein oder anderen Moment als Video fest. Gerade schneiden wir an unserem kurzen Film über Island. Für die Film-Aufnahmen schleppen wir aber nicht noch einen Camcorder mit, sondern greifen auf die Videofunktion unserer Kameras zurück.

#7: Nach der Reise ist vor der Bearbeitung

Wieder zu Hause angekommen überspielen wir alle Speicherkarten auf unser externes Festplattensystem und sammeln die RAW-Dateien zu einer Reise in einem Ordner. In Lightroom erstellen wir dann zunächst eine grobe Auswahl, sortiert nach den einzelnen Tagen, bevor wir mit der Bearbeitung starten. Bei komplexeren Retuschen oder Panoramaaufnahmen nutzen wir noch Photoshop, ansonsten bringt uns Adobe Lightroom oftmals schon sehr weit. Gerade was die massenhafte Auswahl, gleichzeitige Bearbeitung und Verwaltung der Bilderfluten angeht ist es das optimale Programm.

Die Einzelbilder für dieses Panorama wurden in Lightroom entwickelt und in Photoshop zusammengesetzt.
Die Einzelbilder für dieses Panorama wurden in Lightroom entwickelt und in Photoshop zusammengesetzt.

Last but not least … unser schönstes Reisefoto

Im zweiten Teil ihrer Blogparade rufen Thomas und Melanie noch dazu auf das schönste eigene Reisefoto auszusuchen. Ab dem 26. Dezember finden dazu unter allen Einsendungen eine Abstimmung auf ihrem Blog statt. Der Sieger bekommt nicht nur einen Monat lang mit seinem Siegerbild ein Widget im Reise Fotografie Blog der beiden, sondern darf auch entscheiden für welchen Zweck der Gewinn von 30 Euro gespendet werden soll. Diesen Gewinn finden wir richtig klasse, großes Kompliment an die beiden. Falls wir gewinnen sollten dürfen die 30 Euro an die Deutsche Krebshilfe gespendet werden.

Genug der Spannung, nach langem Überlegen haben wir uns schlussendlich für dieses Motiv von unserem Roadtrip im Südwesten der USA entschieden. Entstanden ist es während einer Schlauchbootfahrt von Page aus über den Colorado River. Würde man hier immer weiter fahren gelangt man irgendwann in den Grand Canyon (würde es aber wohl aufgrund der extremen Stromschnellen zwischendurch nicht ganz unbeschadet überstehen).

GlenCanyon_02

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20 Kommentare

  • Nabend!

    Ein toller Artikel, den ich 1:1 unterschreibe.

    Und schon wieder jemand, der mir Aufnahmen seiner GoPro unter die Nase reibt… da muss ich noch mal ernsthaft über einen Kauf nachdenken – und Melanie überreden. 😉

    Danke für den Beitrag zu unserer Blogparade und viel Erfolg im Wettbewerb mit dem tollen Bild!

    LG Thomas

    • Danke dir 🙂 Also die GoPro ist wirklich ihr Geld wert. Zeitraffer und Action Videos machen richtig viel Spaß. Okay, zugegeben mit dem ganzen Equipment, den Halterungen etc. ist das kein ganz günstiges Vergnügen. Aber hey, Weihnachten steht doch vor der Tür 🙂

  • Das sind wirklich wunderschöne Fotos, die ihr hier zeigt.

    Großartig finde ich, dass ihr zwar beide das selbe Hobby teilt, ihr aber beide andere Vorlieben dabei habt und so, wie Du schon geschrieben hast, immer mindestens zwei sehr unterschiedliche Perspektiven einer Reise habt. Das bereichert so eine Fotosammlung wahrscheinlich enorm.

    • Vielen Dank 🙂 🙂
      Wir verschaffen uns durch die zwei Blickwinkel immer gegenseitig das Gefühl auch neue Motive zu entdecken. “Was hat er oder sie denn da gesehen?” lenkt ja auch den eigenen Blick in eine neue Richtung und man verlässt immer wieder die gewohnten Blickmuster.

  • Sehr schöner Artikel und wunderbare Bilder!
    Leider bekomme ich das selbst mit den Bildern noch nicht so gut hin. Du hast mir aber hier richtig gute Tipps geliefert, vor allem mit den Programmen. Ich muss mich da noch ein wenig einarbeiten. Mit der Bildbearbeitung von den RAW-Dateien habe ich noch so meine Problemchen, ….

    • Wir schreiben gerade zur Bearbeitung von RAW-Dateien noch einen kurzen Artikel und verweisen auf viele tolle Fotoblogs. Genau die richtige Lektüre für die freie Zeit zwischen den Jahren 🙂

  • ja, auch ich stimme euch bei allem zu. am besten gefällt mir punkt 1. hundertprozentig. ich gehe mit einem regelrechten fotoblick im urlaub umher… eigentlich lässt sich ja alles in szene setzen, wenn man sich die zeit und muse nimmt. für mich gehören reisen und fotografieren auch zusammen. oftmals nimmt mein freund noch seine analoge spiegelreflex mit. das sind nochmal ganz andere bildatmosphären mit der körnung und tiefe. ich habe zum geburtstag das neue tamron 15-300mm bekommen. herrlich, ich steh nämlich nicht so auf objektivwechsel 😉 aber gerne motivwechsel. und sehr gerne fotografier ich die eigentlich unspektakulären details und nahaufnahmen. Im kontext in einem fotoalbum machen sie unglaublich was her und geben dem eigentlichen ‘motivbild’ einen rahmen.

    • Liebe Jessi,
      der Objektivwechsel auf Reisen ist wirklich ein Manko, der uns oft überlegen lässt ob wir wirklich wieder alle Linsen mitschleppen wollen 🙂 Am Ende ist wirklich die Mischung der Bilder das spannende. Sowohl hier im Blog als auch im Fotobuch. Vielen Dank auch für deine Mail, wir gehen auf viele deiner Fragen in den nächsten Blogposts ein. 🙂

    • Vielen lieben Dank 🙂 Die Kamera ist ja nur das technische Hilfsmittel, die wirklich tollen Bilder macht dein Auge. Und wenn du richtig Spaß an der Fotografie gefunden hast kommt das große Equipment irgendwann vielleicht doch bei dir dazu 🙂

  • Yeah!
    Das kann ich alles genauso unterschreiben! 🙂 Nur das mit dem frühen Aufstehen klappt bei mir nicht wirklich und ich “konzentriere” mich eher auf die Langzeitaufnahmen bei Nacht. ;D
    Liebe Grüße
    Christina

    • Morgens ist das Licht fürs Fotografieren einfach am schönsten. Der Zauber, die Stille, das ist oft einfach magisch. Aber um realistisch zu bleiben: Aus dem warmen kuscheligen Bett aufzustehen um in der Kälte und im Dunkeln loszuziehen, das kostet uns auch oft sehr viel Überwindung 😉

      • Wie bei uns… naja, “uns” ist hier eher falsch. Ich steh auf, gehe Fotos machen und dann zurück zum Wohnmobil, mache Frühstück und schmeiße dann Melli aus dem Bett. 🙂

        LG Thomas

        • Hehe, manchmal läuft das bei uns auch so. 😉 Aber für 2015 haben wir uns vorgenommen das Morgenlicht ganz oft zu nutzen. Vor allem an Orten, die tagsüber schnell überlaufen sind 🙂

  • Hallo Anke und Thorsten,

    wunderbare Bilder und tolle Tipps.

    Besonders gut aber gefällt mir euer Kommentar “Die Kamera ist ja nur das technische Hilfsmittel, die wirklich tollen Bilder macht dein Auge.” Ich bin immer wieder erstaunt, was für schöne Bilder auch mit Handys oder schlichten Kameras gezaubert werden können, wenn der/die Fotograf/in einfach ein Auge fürs Motiv hat.

    Den Tipp mir den RAW Aufnahmen werde ich mir aber für Highlight-Motive merken und bin gespannt auf euren Artikel zu dem Thema.

    Viele Grüße

    Daniela

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