5 Dinge, die wir von Isländern über das Leben lernen

So sind sie, die Isländer

Als wir 2014 das erste Mal nach Island gereist sind, war es weit mehr als die Natur, die unsere Liebe zur Insel im hohen Norden ausgelöst hat. Die Isländer sind ein ganz eigenes Völkchen, in das wir uns mit jeder Begegnung ein bisschen mehr verliebt haben. Es ist die wohlige Mischung aus Humor, Herzlichkeit und nordischer Rauheit, die Dir bei einer Begegnung mit Isländern entgegenschlägt.

So sind sie, die Isländer* portraitiert humorvoll, mit scharfer Zunge aber ganz viel Ehrlichkeit und Respekt das Volk der sons und dottirs. Und neben viel Schmunzeln steckt auch allerlei Wahrheit in dem kleinen Büchlein. Unsere fünf schönsten Anekdoten findest du hier:

1. Sei neugierig und probiere das, was man dir anbietet – bevor Du Dir ein Urteil erlaubst!

Nur weil vergorener Hai oder gegrillter Papageientaucher komisch klingt, darf man es nicht gleich verurteilen. Probier doch erst mal! Wie kann Brot schmecken, dass 36 Stunden in einem Milchkarton unter der Erde gebacken wurde? Ganz ehrlich: Fantastisch! Und warum nicht einfach mal zum Frühstück mit einem Potpourri verschiedener Heringssorten starten? Und Skyr, der inzwischen ja weltbekannte isländische Joghurt, hat es dank seiner Attribute fettarm und proteinreich sogar in die kleinsten hiesigen Supermärkte geschafft. Ein toller Ort, um sich bedenkenlos durch isländische Spezialitäten zu schlemmen ist das Café Loki in Reykjavík, direkt gegenüber der bekannten Hallgrimskirkja.

Isländer wundern sich darüber, dass das einzige Winkingerrestaurant in Reykjavík bei Touristen nicht gut ankommt, während sich die Touristen wundern, dass es überhaupt eines gibt.

Cafe Loki Reykjavik Heringshappen

2. Bezahle einfach mal beim Bäcker mit Kreditkarte – wenn du es kannst!

Egal ob beim Bäcker oder an der Parkuhr: Kreditkarten sind für Isländer das Zahlungsmittel der Wahl und absolut selbstverständlic. Zugegeben: Der Grundoptimismus der Isländer hat sicherlich sehr dazu beigetragen, dass sich Kreditkarten so gut durchsetzen. Denn neben der schnellen Zahlung ist es vor allem das verlockende Leben auf Pump, das die Isländer hier zeitweise fasziniert hat. Aber auch die große Finanzkrise 2008 konnte dem Erfolg der Karten keinen Abbruch tun. Wir haben bis dato nur zwei Orte auf Island erlebt, die keine Kreditkarten akzeptiert haben: Das Penismuseum in Reykjavík und die wohl berühmteste HotDog-Bude des Landes. Ein bisschen mehr Offenheit für Kreditkarten würde Deutschland auf jeden Fall gut tun!

Wenn man so tief gesunken ist, dass man Bargeld verwenden muss, könnte man glatt ein Ladendieb sein.

Bæjarins Beztu Pylsur
Lange Schlangen vor der wohl berühmtesten Hot Dog Bude Islands!

3. Glaube an Dinge – auch wenn du sie nicht gleich siehst!

Mache gegenüber einem Isländer keine Scherze über die Existenz von Elfen und Trollen! Denn selbige leben auf der gesamten Insel und werden verehrt. Vor allem an besonders schönen Steinen und Gegenden, wo man sie vielleicht gar nicht vermutet. Manchmal sind es auch ganz unscheinbare Orte. Nicht umsonst werden extra sogar Straßen verlegt bevor man sie durch ein von Elfen bewohntes Gebiet baut. In Dimmuborgir, einem Felsenlabyrinth aus Lavagestein sollen Trolle und Elfen zum Beispiel zu Hause sein. Und ganz ehrlich: Nur weil wir etwas nicht sehen heißt es doch nicht, dass es nicht da ist, oder?

Ich habe in einer Kirche geheiratet vor einem Gott, der ebenso unsichtbar ist wie die Elfen.

Dimmuborgir
Hier in Dimmuborgir sollen sie unter anderem leben: Elfen und Trolle!

4. Schreib’ mal ein Buch – versuch es einfach!

In keinem Land der Welt werden so viele Bücher pro Kopf herausgegeben wie auf Island. Egal zu welchem Thema, wenn es noch kein Buch dazu gibt, schreibt ein Isländer einfach eines. Probiere es doch auch mal aus. Wenn es kein Buch werden soll reicht ja auch ein Gedicht. Oder einfach mal wieder ein Tagebuch-Eintrag.

Alle Isländer schreiben, einige davon eine ganze Menge. Das Schreiben ist ein nationaler Zeitvertreib.

Landnahmemuseum Borgarnes

5. Wenn du jemanden im ersten Augenblick nicht riechen kannst ist er vielleicht trotzdem ganz nett.

Es war in einem kleinen Hotel in Borgarnes, in dem wir zum ersten Mal das Phänomen erlebten: Den Wasserhahn aufdrehen, sich die Hände waschen und auf einmal steigt der beißende Geruch von faulen Eiern in die Nase. Unweigerlich dachten wir: Das Wasser ist dreckig. Falsch gedacht! Das Wasser stammt aus heißen Quellen, die nach Schwefel riechen. Es ist absolut sauber und rein und man kann bedenkenlos aus dem Hahn trinken. Man wird sogar schräg im Supermarkt angeschaut, wenn man Trinkwasser kauft. Schließlich sind die Isländer stolz auf ihr sauberes Wasser.

Ausländer brauchen eine Weile, um sich an die Idee zu gewöhnen, dass sehr saubere Leute wie faule Eier riechen können.

Borgarnes Hot Pot
Der Kopf ist kalt, der Körper glüht: Baden im Hotpot geht auf Island im ganzen Jahr!

Unser Fazit

Es sind die Isländer, die Island zu dem machen was es ist. Zur Vorbereitung auf eine Reise in den hohen Norden können wir Dir “So sind sie, die Isländer” nur wärmstens empfehlen. Komm mit den Einheimischen in Kontakt! Erlebe wie sie trotz hoher Preise am Wochenende in den Kneipen von Reykjavik versacken und wie sie anderntags zur Erfrischung ins eiskalte Fjord springen! Lass Dir von ihnen ihr Land zeigen und Du wirst Island erleben und nicht nur besuchen!

Die Reihe “So sind sie, die …” ist im Know-How-Verlag als Taschenbuch erschienen und portraitiert neben den Isländern auch noch weitere Kulturen, z. B. die Engländer, Italiener, Schweden, Japaner oder Amerikaner (ca. 100 Seiten, 8,90 EUR).

Offenlegung: Das Buch “So sind sie, die Isländer” wurde uns freundlicherweise vom Reise Know-How Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Unsere eigene Meinung bleibt davon natürlich unberührt. 

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