London ist der faszinierendsten Metropolen Europas – und eigentlich viel zu aufregend um nur ein Wochenende zu bleiben. Unser Roadtrip durch England & Wales hat genau hier begonnen und wir haben uns tatsächlich nur zweieinhalb Tage in der britischen Hauptstadt gegönnt. Trotzdem haben wir unglaublich viel gesehen und dabei längst nicht nur die üblichen Touristenziele angesteuert. Unser Tipp: Auch bei wenig Zeit, London lohnt sich immer!

#1: Entspannte Anreise | Mit dem Zug nach London

Auch wenn ein Flug nach London immer noch die naheliegendste Reiseform scheint, lohnt besonders aus dem Westen Deutschlands auch eine Fahrt mit dem Zug. Wir haben pro Person für die Strecke von Köln nach London 55 Euro bezahlt. In Brüssel sind wir in den Eurostar nach London gestiegen, für die Fahrt nach Brüssel standen uns alle ICE-Linien (außer Thalys) ohne Zugbindung zur Verfügung. Insgesamt dauerte die reine Fahrt rund 3,5 Stunden + Umsteigezeit in Brüssel. In London sind wir direkt im Zentrum an der Station King’s Cross / St. Pancras angekommen. Landet ihr mit dem Flugzeug in Heathrow oder noch weiter außerhalb müsst ihr ca. 1 Stunde mit der U-Bahn die Stadt fahren (Expresslinien erreichen die Stadt in ca. 20 Minuten, kosten aber auch rund 75 Euro pro Person).

Unser Tipp: Nach der Ankunft in London direkt zum Gleis 9 3/4 gehen und das berühmte Harry-Potter-Foto nachstellen. Bringt ein wenig Zeit mit, meistens ist hier viel los und 40 Minuten Wartezeit keine Seltenheit. Im nebenliegenden Souvenirshop könnt ihr eure Fotos erwerben. Wir haben selbst ein geschossen, das Resultat uns mehr überzeugt.

#2: Oyster Card | U-Bahn fahren in London

Die Londoner U-Bahn ist die älteste der Welt und hat ein absolut idotensicheres System. Verlaufen oder in die falsche Bahn einsteigen ist hier (fast) nicht möglich. Es gibt für jede der Linien ein eigenes Gleis, man kann also nicht versehentlich in die falsche Bahn einsteigen. Auf einem Gleis fährt immer genau eine Bahn in eine Richtung. Alle Linien haben zudem Namen – Victoria Line oder Picadilly Line sind nun mal einprägsamer als U75.

Unser Tipp: Die Oyster Card ist das Geheimnis für preiswerten Fahrspaß mit Londons U-Bahnen. Statt Papiertickets erwerbt ihr einmalig die blaue Plastikkarte, könnt sie bequem an jeder Station aufladen und spart darüber hinaus reichlich Geld gegenüber gedruckten Tickets. Mit der Oyster Card erhaltet ihr Zugang zu den Gleisen, beim Verlassen der Station wird der entsprechende Betrag von der Karte abgebucht. Praktisch: Es gibt Tagesobergrenzen ab denen ihr für jede weitere Fahrt nichts mehr zahlt. Restguthaben könnt ihr euch bei der Abreise auch wieder auszahlen lassen oder ihr behaltet es fürs nächste Mal, denn das Guthaben verfällt nicht.

Big Ben

#3: Honest Burgers

Die besten Burger der Stadt gibt es ganz klar bei Honest Burgers. Das wissen nicht nur wir, deshalb sind die kleinen Lokale – insgesamt 10 in ganz London – auch regelmäßig proppenvoll. Auf ein wenig Wartezeit müsst ihr euch vor allem am Wochenende einstellen, Reservierungen sind nicht möglich (außer in der Filiale an der Liverpool Street). Die Burger könnt ihr euch mit einer einfachen Karte selbst zusammenstellen und wahlweise verschiedene Saucee, Käsesorten und Gemüse dazuordern. Dazu gibt es immer die leckeren Rosmarin-Pommes mit Meersalz – großartig.

Unser Tipp: Unbedingt die hausgemachte Zitronenlimonade bestellen!

Honest Burgers

Honest Burgers London

#4: Pret a Manger & Co: Alternativen zu Starbucks

Für den kleinen Snack zwischendurch bietet London jede Menge guter Angebote. Erstmalig kennengelernt haben wir hier Pret a Manger, eine britische Fast Casual Food-Kette, die es gefühlt an jedem Straßenrand gibt. Leckere Sandwiches, Baguetttes, Wraps, warme und kalte Snacks, Obst und Getränke werden angeboten. Systemgatronomie ja, aber frisch und lecker ist es trotzdem. Perfekt für eine schnelle Mittagspause oder ein Frühstück.

Unser Tipp: In Supermärkten trifft man in England immer wieder auf die beliebten Meal Deals. Ebenfalls eine super Sache, um sich preisgünstig ein Mittagsessen zusammenzustellen. Für z. B. 3 Pfund kann man aus verschiedenen Sandwiches oder Salaten wählen, dazu einen gesunden Obst- oder Gemüsesnack und ein Getränk nach Wahl.

London_Pretamanger-3539

London_Pretamanger-3540

#5: Zu Besuch bei Jamie Oliver

Keine Reisen nach England ohne einen Besuch bei Jamie Oliver. Restaurants des wahrscheinlich berühmtesten Kochs der Insel gibt es zahlreiche in der Stadt. Wir haben an einem verregneten Sonntag das Jamie Oliver Recipease in Notting Hill besucht. Das ist Café, Restaurant, Shop und Kochschule in einem. Tagesaktuell stehen eine Reihe von Gerichten zum Mitnehmen bereit. Wir haben zwei leckere Sandwiches vor Ort gegessen und gleich noch zwei Blueberry-Zimt-Muffins für den Weg mitgenommen.

Unser Tipp: Unbedingt durch den Sop stöbern und sich ein, zwei Mitbringsel für zu Hause mitnehmen. Zum Beispiel leckere Feigen- oder Tomatenmarmelade, eines der genialen Kochbücher oder Küchenutensilien.

Jamies Recipease

Jamies Recipease London

#6: Bubba Gump Shrimp Company

Kennt ihr den Film Forrest Gump? Hauptdarsteller und sein Kumpel Bubba träumen davon gemeinsam mit ihrem Shrimp-Kutter erfolgreich zu werden. Auf Basis des Films wurde die Franchise Kette Bubba Gump Shrimp Company gegründet.In der Nähe des Picadilly Circus in London befindet sich die einzige Filiale in Europa (wir kennen die Kette sonst nur aus den USA). Natürlich dreht sich hier alles um Shrimps.

Unser Tipp: Shrimps New Orleans ist unser Lieblingsgericht! Die leckerste Vorspeise sind Shrimps Cajun (Vorsicht, scharf!). Frittierte Shrimps oder Gerichte mit Pommes sind hier eher schwach und richtiges Fast Food – greift lieber auf die vollwertigen Gerichte zurück!

Shrimps Cajun

Shrimps Cajun

Of course we've got scampi

Of course we’ve got scampi

Shrimps New Orleans

Shrimps New Orleans

#7: Christopher’s Place

Ganz in der Nähe der Oxford Street findet ihr mit dem Christopher’s Place ein schickes kleines Quarre voller Boutiquen, Restaurants und Cafés. Wir hatten unsere Unterkunft direkt um die Ecke und haben jeden Morgen hier im Viertel gefrühstückt.

Unser Tipp: Toll für ein gemütliches Abendessen ist die Côte Brasserie, ein richtig leckeres British Breakfast gibt es bei Carluccios.

Eggs Florentine

Eggs Florentine zum Frühstück

Christopher's Place

#8: Übernachten in London (Air BnB)

London ist eine der teuersten Städte der Welt – das werdet ihr auch bei Übernachtungspreisen merken. Wir haben in der Nähe der Oxford Street im Mandelville Hotel übernachtet. Für die Übernachtung haben wir ein Schnäppchen machen können. Das Frühstück hätte hier gesalzene 32 Euro pro Person(!) für ein Full English Breakfast Buffet gekostet.

Unser Tipp: Zentral und preisgünstig wohnen ist in Hotels wirklich nur über besondere Angebote machbar. Da lohnt sich schon eher ein Blick auf AirBnb, wo man in London wirklich tolle stadtnahe Appartements für kleines Geld bekommt. Sichert euch 22 Euro Euro Startguthaben, wenn ihr euch über diesen Link bei Airbnb registriert.

London

#9: Times Square in London: Picadilly Circus

Riesige bunt blickende Leuchtreklamen, Kinos, Theater und ein ganzer Platz voller Menschen – dan haben auch wir zunähst an den Times Square gedacht. Der kleine Bruder davon heißt Picadilly Circus und liegt mitten im Londoner West End. In den Theater und Kinos gibt es wohl für jeden das passende Programm, die umliegenden Shops halten so manche Überraschung bereit. Wir waren in der riesigen M&M-Fanwelt unterwegs und haben uns in das Merchandising rund um die bunten Schokolinsen gestürzt.

Unser Tipp: Am besten steuert ihr Picadilly Circus mit der U-Bahn an. Kaum verlasst ihr die Station über die U-Bahn-Treppen steht ihr mitten im bunten Treiben – der beste Einstieg in den Platz.

Picadilly Circus

#10: Das höchste Riesenrad Europas: London Eye

Eine der schönsten Aussichten auf London bekommt ihr vom 135 Meter hohen weltberühmten Riesenrad London Eye am Ufer der Themse. Aus den großen ovalen Glaskabinen habt ihr einen wunderbaren Blick auf die Stadt und bei gutem Wetter sogar bis weit über die Stadtgrenzen hinaus Richtung Schloss Windsor. Eine Fahrt mit dem Riesenrad dauert zwischen 30 und 40 Minuten. Da sich das Rad nur sehr langsam dreht hält es auch für den Ein- und Ausstieg der Passagiere nicht an (außer für Rollstuhlfahrer) und befindet sich ständig in Bewegung. Für eines DER Highlights in der britischen Metropole müsst ihr einiges an Wartezeit mitbringen.

Unser Tipp: Bucht eure Tickets schon vorher online und spart zwischen 10 und 20% auf den regulären Preis (mind. 24 Stunden vorher buchen). Für ein Standardticket müsst ihr sowohl Tag als auch Uhrzeit festlegen. Gegen Aufpreis lässt sich diese Zeitspanne flexibilisieren (das kann durchaus lohnen um zum Beispiel bei schlechtem Wetter die Fahrt einfach um ein paar Stunden verschieben zu können).

London Eye

#11: Ein Spaziergang durch Notting Hill

Spätestens seit Hugh Grant und Julia Robert ist der Londoner Stadtteil Notting Hill wohl weltberühmt. Die bunten Häuserfassaden im Vorort im Westen Londons sind längst Kult geworden, in der berühmten Portobello Market Road reiht sich ein Souvenirladen und Flohmarkt an den nächsten. Und es gibt ihn wirklich: Den vielleicht berühmtesten Buchladen der Welt in einer versteckten Seitengasse (13 Blenheim Cres, London W11 2EE).
Unser Tipp: Gegenüber des berühmten Buchladens findet ihr Books for Cooks, eine Buchhandlung in der die Gerichte aus den angebotenen Kochbüchern auch wirklich gekocht und zum Verzehr angeboten werden. Großartiges Konzept, unbedingt besuchen!

Notting Hill

Notting Hill

#12: Streetart in London

Von Banksys über haushohe Kunstwerke am Themseufer bis hin zu unbekannten Künstlern – London ist ein Paradies für Streetart-Fans. Wer neben dem Sightseeing mit offenen Augen noch mehr über die Londoner Straßenkunst erfahren will, sollte sich einer Streetart-Tour durch die Stadt anschließen. Außergewöhnliche Kunstwerke sind euch genauso garantiert wie ein anschließender gemütlicher Pub-Besuch.

Unser Tipp: Eines unserer liebsten Streetart Highlights befindet sich direkt am Themseufer auf der Rückseite des National Theatres. Auch die anderen Bilder haben wir dort in unmittelbarer Nähe gefunden.
London Streetart

London Streetart

London StreetArt

London StreetArt

#13: Wachablösung am Buckingham Palace

Der Buckingham Palace ist sicherlich neben Westminster Abbey, Big Ben und St. Paul’s Cathedral eines der Touristenmagnete der Stadt. Wenn die Queen im Sommer in Schottland verweilt ist auch eine Besichtung des Palasts möglich, ansonsten dürft ihr nur von außen gucken. Das lohnt sich besonders jeden Morgen um 11:30 wenn die tägliche Wachablösung stattfindet. (Dauer ca. 45 Minuten) Unbedingt rechtzeitig da sein und einen Platz in der ersten Reihe sichern, um auch wirklich etwas vom Spektakel zu sehen. Am besten seid ihr in der Nähe der Zufahrsstraße, dann seid ihr ganz nah dran, wenn die Ablösung einmarschiert. Von April bis Juli gibt es täglich eine Wachablösung, ansonsten nur jeden zweiten Tag. Bei Regen fällt die Zeremonie aber auch schon mal aus.

Unser Tipp: Neben dem Buckingham Palace ist der rund 20 Minuten fußläufig entfernte Kensington Palast unbedingt einen Besuch wert. Statt nach einem repräsentativen Palast sieht die Stadtresidenz von Prinz William und Herzogin Catherine eher nach einem edlen Landhaus aus. Besonders schön ist der Fußweg durch den Hyde Park.

London_Wachabloesung-3753

London_KensingtonPalace-3664

#14: Tower Bridge

Das Wahrzeichen an der Themse ist die Tower Bridge, die vielleicht berühmteste Klappbrücke der Welt. Ihren Namen hat die Brücke übrigens nicht wegen der zwei Türme, sondern wegen des dahinter liegenden Tower of London, eine der Top-Sehenswürdigkeiten in ganz Großbritannien (gemessen an den jährlichen Besucherzahlen). Heute werden hier vor allem die Britischen Kronjuwelen, die werrtvollste Schmucksammlung der britischen Krone, aufbewahrt und bewacht. Die Tower Bridge kann auch besichtigt werden, von oben bietet sich ein wunderbarer Rundblick über die Themse und London. Auf jeden Fall einmal zu Fuß die Brücke überqueren und auf beiden Seiten der Themse entlang spazieren.


Unser Tipp:
Wenn ihr den Tower of London besichtigen wollt, dann nutzt dafür die 700 Jahre alte Tradition der Ceremony of the Keys. Bei diesem strengen Zermoniell seid ihr live dabei, wenn allabendlich die Tore zum Tower verschlossen werden. Unbedingt rechtzeitig buchen, stand heute (November 2015) ist die Tour bis Juni 2016 (!) bereits ausgebucht!

Tower Bridge

Tower of London

#15: Leadenhall Market | Auf in die Winkelgasse

Seid ihr Harry Potter Fans? Dann sind Leadenhall Market Hallen ein Pflichtbesuch für euch. Fußläufig von der London Bridge erreichbar liegen die historischen Markthallen, die schon im 15. Jahrhundert Heimat für Händler waren. Heute finden sich allerlei Lebensmittel- und Feinkostgeschäfte, Restaurants und Cafes. Für ein paar Harry Potter Filmebildeten die Hallen die Kulisse für die berühmte Winkelgasse, in der Harry Potter die Ausrüstung für das Leben als Zauberlehrling einkaufte.

Unser Tipp:Besucht die Leadenhall Market früh morgens vor 7:00 Uhr oder sonntags, wenn die Geschäfte geschlossen haben. Dann erlebt ihr die Halle oft menschenleer und könnt die besten Fotos machen. Hier lässt es sich im Anschluss ans Fotografieren natürlich auch prima shoppen oder frühstücken.

Leadenhall Market

Welches sind eure Lieblingsorte in London? Habt ihr tolle Ideen und Adressen für uns? Schreibt uns eure Tipps in die Kommentare, der nächste England-Besuch kommt bestimmt.

Share on FacebookShare on Google+Pin on PinterestPrint this pageTweet about this on TwitterShare on TumblrEmail this to someone